Full text: Volume (Jg. 7 (1841))

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verworfen. Set erhobener Oberappellation bestätigte der
Revisionshof zu Berlin die früheren Erkenntnisse ans
einem formellen Grunde, weil der Einwand zu spät an-
gebracht sey, materiell aber erachtete er den erwähnten
Artikel für anwendbar, indem er die Frage aufwarf:
nach welchen Gesetzen die Klageverjährung zu beur«
theilen sey? - 9
Bei deren Beantwortung verwarf er die Ansicht des
Klägers, daß diese Verjährung nach den Gesetzen des
Ortes zu beurtheilcn sey, wo der Prozeß geführt werde,
entschied sich vielmehr für die übereinstimmende Ansicht
der meisten Rechtslehrer, daß die Verjährung nach den
Gesetzen des locus contractus, welches im vorliegen-
den Fall Coblenz sey, beurtheilt werden müsse.
Diese Ansicht erscheint aber als unrichtig. Wir
wollen- um die oben zu Anfang aufgeworfene Frage zu
erschöpfen, neben der erlöschenden auch die erwerbende
Derjähnmg in Betracht ziehen, und bei der ersteren die
erwähnte Ansicht näher prüfen. '
I« Erstinetiv, Verjährung.
Verjährung ist, wie sich das Allg. Landrecht aus-
drückt, dse bei Rechten durch den Ablauf einer bestimmte«
Zeit und die damit verbundene Nichtausübung entstehende
Veränderung.
A. L. R. I. 9. §. 500.
Sie ist aber doppelter Axt, indem durch die Ver-
jährung entweder zunächst ein Recht verloren geht, und
nur in Folge dieses Verlustes der Verpflichtete von der
aus jenem Rechte fließenden Verbindlichkeit frei wrrd,

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