Full text: Volume (Jg. 7 (1841))

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Nach der Natur der menschlichen Dinge können die
Gründe für und gegen eine Willensbestimmung sehr viel«
facher Art seyn, und es ist eine unendliche Verschieden«
heit der Ansichten darüber möglich: ob gerade dieser
oder jener Grund der überwiegende, wohl gar der'allein
entscheidende scy.
Wie gestaltet sich die Prüfung dieser Gegenstände
im Geiste eines einzelnen Beamten? Er wird Gründe
und Gegengründe abwägen, und wenn er einen Grund
gefunden hat, welcher ihm für die eine Alternative der
vorzunehmenden Handlung entscheidend scheint, darnach
handeln, indem er die Richtigkeit der übrigen für diese
Handlungsweise möglichen Gründe, entweder gleichfalls
annimmt, oder verwirft, oder auch ganz dahin gestellt
seyn läßt. Findet der Einzelrichter den Anspruch des
Klägers verjährt, so weiset er ab; es bedarf dann an
und für sich, und von speciellen Gesetzen abgesehen, keiner
Prüfung der andern Einreden und des Klaggrundes.
Immer wird die in Einem menschlichen Geiste vorge»
nommene Denkoperation ohne Schwierigkeit zu einem be-
stimmten Resulte in Beziehung auf die auszusprrchende
Norm führen.
Ganz so bleibt das Verhältniß, wenn die Concurrenj
mehrerer Personen für nothwendig gehalten, diesen aber
nur eine berathende Stimme eingeräumt, unlß über sie
der eigentlich Handelnde gesetzt ist, wie z. B. in einem
Staats-Ministerio. Der Vorgesetzte hört die Ansichten
der Einzelnen mit deren Gründen, wägt letztere in seinem
Geiste gegen einander ab, und handelt nach dem Resul-
tate dieser Erwägung.

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