Full text: Volume (Jg. 7 (1841))

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Handelte das Collegium anders, so begingetz schw
beim Unheil finden den Fehler, vor welchem der §. 38«
A. G. O. a. a. O. die Collegia und Urtheilöfaffet ft»
sehr warnt, nämlich: die wirkliche Entscheidung mit den
Gründen zu verwechseln.
Diese Ansicht der Sache stimmt auch ganz mit bereif
wahren Natur überein. Wenn drei Menschen einen Ent»
schloß fassen wollen, jeder aus einem andern Grunde,
den er für den allein richtigen hält, so unterlassen sie ihn
nicht, sondern führen ihn aus.*)
Man hat sieben Personen in Ein Collegium ver,
einiget, damit sie sich ihre Ansichten mittheilen, und so
die Wahrheit desto sicherer herauskommen, nicht damit
diese sieben ein Urtheil fällen, welches, hätten sie allein
gestanden, auch bei der vorausgesetzten völligen Belehrung

3) ljetziger Zusatzj z B. eS handelt sich von einer Reise in
die Stadt, welche drei Personen auf gemeinschaftliche Kosten
in einem Wagen projeetirrn. Oer eine will sein« Tochter
in das Institut bringen» der andere «ine Kuh kaufen, der
dritte das Theater besuchen. Sie werden, um zum Ent-
schlüsse zu kommen, nicht über die Gründe abstimmen,
und zu Hause bleiben, weil jeder einzelne Grund vö»
der Mehrheit verworfen wird. Sie werden vielmehr zur
Stadt fahren» weil sie über diese Handlung alle einig sind.
Diese Personen, sind zwar nicht Eomplizen, aber freilich
kein Collegium, haben indessen dal mit einem Collegio
gemein, daß ff,, „ie dieses sich entschließen müssen, ob ein
Act vorzunrhmen oder nicht. Uebrigest» könnte z. B.
auch bei einem Magistratt-Collegi« eia -ar ähnlicher Fall
Vorkommen. •

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