Full text: Volume (Jg. 7 (1841))

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der als Gewissms Vertretung geführt wird, noch eine son-
stige Beweisführung stattfinden, nnd in letzterer Eigen-
schaft, — sey es nun als Beweis oder (direkter) Gegen-
beweis — Berücksichtigung finden dürfe? — Tie Prozeß-
Ordnung spricht sich zwar hierüber nicht ausdrücklich aus,
ich glaube indessen, daß, der Natur der Sache zufolge.
Lies unbedingt verneint werden müsse.
Daß zuvörderst derjenige, der sein Gewissen mit Be-
weis vertritt, nicht nebenbei noch in anderer Eigenschaft
über dieselbe Thatsache Beweis führen kann, ist für sich
klar. Denn nach §. 255. findet gegen einen EideSantrag
Aufnahme anderer Beweismittel immer nur mit den Folgen
der Gewissensvertretung statt. Auch würde die entgkgen-
gesetzte Annahme offenbar sinnlos seyn.
Aber auch ein Gegenbeweis des Deferenten *^) gegen
den vom Delaten pro exoneranda conscientia ge,
führten Beweis kann nur für absolut unzulässig erachtet
werden, weil Gewiffensvertretung Surrogat des Eides
ist, auf den der Deferent selbst die Entscheidung gestellt
hat. Gestatten nämlich die Gesetze — wie sie denn dies
thuN — dem Delaten unter den möglichen Weisen der
Einlassung 'auf den Eidesantrag, zu der sie ihn nöthkge n,
auch die Gewiffensvertretung, so enthalt seine deSfallsige

l9) Au« den im Tert angeführten Gründen, muß ich die, in
meiner früheren Abhandlung Jahrgang IV. p. 411. bei-
läufig ausgesprochene Ansicht, daß der Deferent, wenn der
Delat Gewiffensvertretung wählt, den principaliter vor-
geschlagenen Beweismitteln noch andere substituiren dürfe,
zurücknehmen.

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