Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 7 (1841))

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Beweise noch stellen könnte, bringt eine wesentliche
Veränderung gerade in der Beziehung hervor, auf die
es hier ankommt, nämlich in Bezug auf das Verhältniß
des Eidesantrages zum Gegenbeweise d. h. zu einem
über die Thatsache, über welche der sonstige Beweis deS
Producente», und eventuell der deferirte Eid fich verhält,
vom Produkten zu führenden Beweise.
Tritt nämlich der Producent über die von ihm be-
hauptete Thatsache durch Zeugen, Urkunden oder sonst
welche Mittel außer dem Eide einfach den Beweis an,
so steht es natürlich dem Producken frei, auch ohne noch
den Erfolg des Beweises seines Gegners abzuwarten,
sogleich den Gegenbeweis anzutreten und aufnehmen zu
lassen, wenn er dies räthlich finden sollte, obwohl er,
wenn er wohlberathen ist, in der Regel besser thun wird,
die Aufnahme erst dann zu verlangen, wenn er nach dem
Resultate des Beweises glaubt, daß es dessen noch be-
dürfen könne Sind nun Beweis und Gegenbeweis er-
hoben^ so bilden beide allerdings, da die Beweismittel
durch Realproduction gemeinschaftlich werden, ein un-
trennbares Ganze, von dessen Ergebnisse eö abhangt, ob
nun noch ein Schiedseid,' mit dem jetzt etwa der Pro-
ducent hervortreten möchte, zulässig erscheint. CS. 288.
Tit. 10)
Tritt dagegen der Producent, entweder gleich an-
fänglich (§. 252.) statt mit anderen Beweis-
Mitteln, oder, indem er den anfänglich vorgeschlagenen,
aber noch nicht aufgenommenen Beweismitteln wieder ent-
sagt (§. 287.), einfach den Beweis durch Eidesdelation
an: so kann selbstredend davon, die Zulässigkeit dieses

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