Full text: Volume (Jg. 7 (1841))

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Sinne erklären will. Daß aber auch der Gesetzgeber
den Legatar in Rücksicht der den Gläubigern im §. 64.
eingeräumten Befugniß, auf Concurs- Eröffnung anzu«
tragen-, den letzter» habe gleichstcllen und mithin hier
keinen Unterschied zwischen ihnen habe machen wollen,
beweisen die §§. 426. und 429. Tit. 9. Thl. I. drS
A. L. R., wo die Erbschaftsgläubigcr, so wie die Lega,
taricn sowohl auf Verkürzung der Deliberationsfrist, als
auch sogar auf Derlustigkeits-Erklärnng der Rechtswohl-
that des Inventarii gegen denselben antragm können,
aus welchem letzter« alsdann daS Recht die Concurs,
Eröffnung zu verlangen, von selbst folgt,*) weil in der
Regel zur Sicherheit der Nachlaßmasse nichts weiter mehr
übrig bleibt. Auch bemerkt der Appellationsrichter mit
Recht, daß, »senil nach §. 297. Tit. 12. Thl. 1. des
A. L. R. der Legatariuö eben so gut, wie der Erb-

*) Hier sollte man einen RedactionSsehler vermüthen; denn
daS ist gewiß: wenn der Erbe der RechtSwohlthat de«
Inventars verlustig erklärt, also als Erbe ohne Vorbehalt
zu behandeln ist (§. 427 I. c.), dann folgt daraus nicht
nur nicht die Befugniß der Gläubiger und Legataren, auf
Concurs-Eröffnung anzutragen, sondern es kann dann von
der Anwendung deS §. 64. I. c., überhaupt von einer
Concurs-Eröffnung über den Nachlaß ganz und gar
keine Rede mehr sepn; gegen den Erbe» ohne Vorbehalt
kann nur, sofern die Bedingungen dazu vorhanden sind,
der Concurs über sein ganzes Vermögen, einschließlich deS
darin verschmolrenen Nachlasse», beantragt, und höchsten«
in Folge desselben die Separation des Nachlasses verlangt
werden. Aymerk. de« Einsender«,
vii. 20

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