Full text: Volume (Jg. 7 (1841))

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wo die Leibeigenschaft bestand und namentlich im Jahre
1804 nur noch in den Gegenden an der Lippe (490)
Leibeigenthums -Güter aufzählt, gleichzeitig aber zugiebt,
daß es auch wohl noch in anderen Gegenden des Landes
Leibeigene gegeben haben möge. Andrutend verweiset er
auf einzelne Colonen des Klosters Oelinghausen,')
welches nicht nur richtig ist, sondern sogar dahin aus-
gedehnt werden muß, daß fast alle altere Klöster, welche
Altarhörige hatten, es wenigstens nicht an Bestrebungen
hatten fehlen lassen, diese zu Leibeigenen zu machen.
IV. Wachszinsige, Altarhörigkeit.
Tie Altarhörigkekt bestand in dem Rechtsver-
hältnisse, vermöge dessen der Hörige den Schutz eines
Heiligen d. h eines Klosters oder einer Kirche genoß,
wofür er auf dessen Altar jährlich eine Recognition, ge-
wöhnlich in Wachs bestehend, daher Wachszinsige,
niederlegte. Es ist schon in diesem Begriffe ausgedrückt,
daß die Altarhörigkeit die mildeste von allen war; sie
gewährte Schutz durch Gottes Frieden und wurde daher
von Landleuten schon in den allerfrühesten Zeiten dem
kriegerischen und beschwerlichen Schutze des Heerbanns
vorgezogen. Nachdem aber dieser gar in Verfall gerieth
und sein Schutz in der hereinbrechenden Anarchie der
folgenden Zeit immer unwirksamer wurde, strebte Jeder
der sich nicht durch eigene Kraft und Lust zu halten
vermogte, den Schirm des geistlichen Hirtenstabes an.

3) Sommer S. 125.

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