Full text: Volume (Bd. 57 = 2.F. 21 (1910))

Schuldübernahme.

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schuldner und Dritter an dem Perfektwerden der
Schuidübernahme nicht gleichmäßig interessiert
sind. Diese Verschiedenheit des Interesses kann sich insbeson-
dere auch bei der jedem von beiden selbständig zuftehenden Be-
stimmung der Frist zur Erklärung der Genehmigung ausprügen.
Dem Altschuldner wird zumeist daran gelegen sein, dem Gläu-
biger tunlichst entgegenzukommen und Schwierigkeiten, an denen
die Erteilung der Genehmigung zu scheitern droht, nötigenfalls
zu beseitigen. Von diesem Standpunkte ausgehend, wird er
daher dem Gläubiger eine Frist zur Genehmigung überhaupt
nicht bestimmen oder die von ihm zu bestimmende Frist doch
ausgiebig bemessen. Für den an die Schuldübernahme ge-
bundenen Dritten kann sich dagegen leicht eine Lage ergeben,
die ihm das Nichtpersektwerden der Schuldübernahme als über-
aus wünschenswert erscheinen lassen muß. Dies trifft zu, wenn
sich für ihn aus seinem Verhältnis zum Allschuldner Ein-
wendungen als begründet Herausstellen, die dem aus der perfekt
gewordenen Schuldübernahme erwachsenen Anspruch des Gläu-
bigers gegenüber nach § 417 Abs. 2 versagen, während sie
dem auf das der Schuldübernahme zugrunde liegende Kausal-
geschäft bezw. aus § 415 Abs. 3 gestützten Anspruch des Alt-
schuldners aus der Ersüllungsübernahme gegenüber durchgreifen.
Als ein zur Erreichung seiner aus Vereitelung der Schuldüber-
nahme gerichteten Absicht meist geeignetes Mittel bietet sich aber
dem Dritten die Bestimmung einer Genehmigungsfrift von
solcher Kürze dar, daß der Gläubiger sie voraussichtlich vorüber-
gehen lassen wird, ohne seine Genehmigung auszusprechen.
Man denke sich etwa, daß. nachdem der Altschuldner dem
Gläubiger die Schuldübernahme ohne Fristsetzung mitgeteilt hat,
der Dritte den Gläubiger zu umgehender brieflicher oder vielleicht
sogar telegraphischer Genehmigung auffordert.
Die dem Dritten vom Gesetz zugestandene Befugnis zur

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