Full text: Volume (Bd. 57 = 2.F. 21 (1910))

Schuldübernahme.

317

tracht, daß solche Zinsen nach römischem Rechte nicht selbständig
klagbar waren, sondern nur mit der Klage, aus der die An-
wartschaft auf Zinsen dieser Art begründenden Hauptverbind-
lichkeit geltend gemacht werden konnten. Mit dem Wegfall
der Klage aus der durch die Novation aufgehobenen Haupt-
verbindlichkeit mußte daher auch die Möglichkeit der Geltend-
machung desjenigen Zinsenanspruchs entfallen, welcher mit jener
Klage hätte durchgesetzt werden können. Zu der in 1. 27 eit.
vorliegenden Ausführung Papinians ist noch besonders zu
bemerken: Sie betrifft einen Fall, wo der Käufer auf An-
weisung des Verkäufers einem Dritten novationsweise das-
jenige zu leisten verspricht, was er dem Verkäufer aus dem
Kaufvertrag schuldet. Es ist klar, daß der Gläubiger aus der
nova obligatio gegen den Schuldner aus dieser obligatio
nicht ox vonäito klagen kann und von ihm daher auch nicht
die Zahlung derjenigen Zinsen verlangen kann, welche, wenn
die Novation nicht stattgefunden hätte, dem klagenden Verkäufer
zuzusprechen gewesen wären, und es ist nicht minder klar, daß
die Geltendmachung der erwähnten Zinsen auch dem Verkäufer
versagt sein muß, weil ihm die aetio ex venäito, mit der er
den Zinsenanspruch allein hätte verfolgen können, nicht mehr
zusteht181).
Eine infolge der Novation eintretende Unterbrechung des
Zinsenlaufs wird aber selbst für den Fall zuzugeben sein, daß
die Verpflichtung zur Zahlung von Zinsen durch besondere
Zinsenstipulation begründet war182). Denn aus der nur den
131) Bergt. v. Salpius S. 164, 198, wo zutreffend ausgeführt
ist, daß auch durch die Aufnahme der Klausel oportet; oportebitve in die
Novationsstipulation an dem Ergebnisse nichts hätte geändert werden können.
Anderer Meinung allerdings Danz, Forderungsüberweisung rc. S. 63
Anm. i.
132) Auf der im Texte dargelegten Auffassung beruht auch die in
1. 15 I). de nov. getroffene Entscheidung.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer