Full text: Volume (Bd. 57 = 2.F. 21 (1910))

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Emil Strohal,

Gläubiger ein Recht auf Befriedigung aus dem Vermögen des
A, nach der Schuldübernahme ein Recht auf Befriedigung aus
dem Vermögen des B, und nach der Beerbung des B durch
den A hat der Gläubiger, dafern ihm A nicht aus besonderem
Grunde schlechthin unbeschränkt haftet, doch nur ein Recht auf
Befriedigung aus demjenigen Vermögen, welches A von B
ererbt hat, und somit kein Recht auf Befriedigung aus dem
sonstigen Vermögen des A, das ihm vor der Schuldübernahme
gehaftet hatte.
Zur weiteren Illustrierung des Gesagten mag noch einer-
seits der Fall dienen, wo die Schuld des Altschuldners von
mehreren gesamtschuldnerisch übernommen wird^Z, und
andererseits die Gestaltung, bei der ein U e b e r n e h m e r eine
Gesamtschuld derart übernimmt, daß seine Haftung die
Haftungen der bisherigen Gesamtschuldner ersetzen soll. Im
ersten Falle treten an die Stelle der einen Haftung des Alt-
schuldners so viele neue Haftungen, als gesamtschuldnerische
Uebernehmer vorhanden stnd, und bei der zweiten Gestaltung
tritt an die Stelle einer Mehrheit von Haftungen der bis-
herigen Gesamtschuldner die eine Haftung des Uebernehmers.
Vergleicht man hiermit die sich ergebenden Rechtslagen, wenn
ein Alleinschuldner von mehreren Erben beerbt wird^), oder
wenn dieselbe Person (gleichzeitig oder nacheinander) alle Per-
sonen beerbt, die einem bestimmten Gläubiger gesamtschuld-
nerisch haften116), so wird abermals klar, daß die Schuldüber-
nahme des ß 414 zu einer Sondernachfolge des oder der
Uebernehmer in die Verpflichtung bezw. Verpflichtungen des
114) Die Möglichkeit einer solchen Uebernahme ist nicht zu bezweifeln.
115) Wird von unbeschränkter Haftung abgesehen, so haftet dem
Gläubiger lediglich das vom Schuldner hinterlassene Vermögen.
116) Hier haftet der Erbe dem Gläubiger mit so vielen Sonderver-
mögen, als von ihm beerbte Gesamtschuldner vorhanden waren. Vergl.
dazu Papinian in l. 2 D. de separat. 42, 6.

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