Full text: Volume (Bd. 57 = 2.F. 21 (1910))

Schuldübernahme.

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Schuldner als derjenige, welcher etwas leisten soll, gegen-
über. Allein eine Schuldner-Schuld in diesem Sinne und eine
persönliche Haftung des Schuldners für das Geschuldete sind
nach altdeutschem Rechte sehr verschiedene Dinge. Hieran wird
grundsätzlich auch dadurch nichts geändert, daß es an Gestaltungen
nicht fehlt, wo an das Schulden schon von Rechts wegen eine
persönliche Haftung des Schuldners geknüpft ist64). Es kommt
aber auch vor, daß für eine Schuld, obschon sie eine Grund-
lage für eine persönliche Haftung bilden könnte, im konkreten
Falle überhaupt nicht gehaftet wird, oder daß für sie nur
Sachhaftung oder zwar eine persönliche Haftung, aber nicht
die des Schuldners, sondern die eines Dritten besteht.
Haftung65) ist ein Zustand des Eingesetztseins, des Ein-
stehens, Gutstehens für eine Schuld, sie bietet dem Gläubiger
eine Garantie, „Bürgschaft"66) für die Erfüllung der Schuld
und vermittelt ihm, zwar nicht immer, aber doch möglicherweise
Ersatz für den Fall, daß der garantierte Erfolg ausbleibt.
Sehr bemerkenswert ist, daß die Erfüllung einer Vertragsschuld
dem Gläubiger sehr häufig nur durch Einsetzung eines Pfandes
und somit ohne eine sich damit verbindende persönliche Haftung
gesichert ist. Wie es zur Begründnng der Sachhaftung der
Einsetzung des Haftungsgegenstandes als Pfand bedurfte, so
hatte im älteren deutschen Rechte, soweit für einzelne Gruppen
von Fällen nicht besonders vorgesorgt war, auch der Eintritt
der persönlichen Haftung den Abschluß eines mit dem Schuld-
vertrag nicht zusammenfallenden Haftungsvertrags zwischen dem
Gläubiger und dem Haftungsübernehmer zur Voraussetzung.
Die hier in Frage stehende persönliche Haftung
64) Gierte S. 19, 81, 89.
65) Vergl. v. Amira Bd. 1 S. 22, 40; Bd. 2 S. 60; Puntschart
S. 114; Gierte S. ll.
66) Dazu v. Amira Bd. 2 S. 53.
LVII. 2. F. XXI.

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