Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 57 = 2.F. 21 (1910))

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Emil Strohal,

Wege des Vertrags zugunsten eines Dritten ver-
mittelt werden. Geradeso wie X, wenn er hinsichtlich der
prior obligatio der Berechtigte wäre, mit dem X vereinbaren
könnte, daß die durch die Novation geschaffene nova obligatio
nicht ihm, sondern dem B zukommen solle, so kann er dies
sicherlich auch dann^), wenn er bei der Novation als Berech-
tigter nur auftritt, ohne es zu sein, jedoch mit Einwilligung
des Berechtigten. Die Einwilligung des Berechtigten macht
die vom Unberechtigten vereinbarte Novation wirksam und die
bei der Novation von X mit dem X getroffene besondere Ab-
rede bewirkt, daß das Recht aus der nova obligatio nicht
dem Versprechensempfänger selbst, sondern nach den Grund-
sätzen der Verträge zugunsten Dritter dem B anfällt.
Noch schwieriger als im Falle der Novation wird die Be-
urteilung, wenn der als Gläubiger auftretende X hinsichtlich
der Forderung des B, aber mit dessen Einwilligung, mit dem
Schuldner eine auf Aenderung des Forderungsinhalts gerichtete
Abrede trifft, oder wenn er mit X einen Vertrag schließt, dem-
zufolge dieser an Stelle des bisherigen Schuldners als Ueber-
nehmer eintreten soll. Während die Novation ohne weiteres auch
geeignet ist, einen Wechsel in der Person des Gläubigers herbei-
zuführen, liegt dieser Erfolg ganz außerhalb des Zweckes der
eben genannten Rechtsgeschäfte. Die vorhin bei der von X
unter Einwilligung des B mit dem X verabredeten Novation
getroffene grundsätzliche Entscheidung kann daher nicht schlechthin
auf die uns jetzt beschäftigenden Fälle übertragen werden. Im
Falle der Novation entspricht es durchaus dem Wesen der
Sache, daß der im eigenen Namen auftretende X das
Gläubigerrecht aus der nova obligatio für sich erlangt. In
den Fällen der verabredeten Inhaltsveränderung einer Forde-
17) Praktisch wird eine solche Vereinbarung in dem hier vorausgesetzten
Falle allerdings nicht leicht Vorkommen.

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