Full text: Volume (Bd. 57 = 2.F. 21 (1910))

4. Zweifelsfragen über den Beginn der Versicherung

Nachdruck verboten.
II.
Zweifelsfragen über den Beginn der Versicherung.
Von Rechtsanwalt vr. Eugen Kosef in Freiburg im Breisgau.
1. Nach § 2 DVG. kann die Versicherung in der Weise
genommen werden, daß sie in einem vor Schließung des Ver-
trages liegenden Zeitpunkt beginnt. Wie der Wortlaut und
die Begründung zu § 2 ergeben, muß also die Absicht der Be-
teiligten darauf gerichtet sein, daß die Versicherung zu einer
Zeit beginnen soll, wo dem Antragenden (Versicherungsnehmer)
die Annahmeerklärung des Versicherers (d. h. regelmäßig der
Versicherungsschein) noch nicht zugegangen ist, so z. B. wenn
vereinbart ist, die Versicherung solle, falls der Versicherer den
Versicherungsantrag annimmt, nicht erst von der Annahme,
sondern schon von der Einreichung des Antrags an laufen.
Der Fall des § 2 ist also nicht gegeben, wenn die Beteiligten
einen Tag als Beginn der Versicherung vereinbaren in der Er-
warmng, der Vertrag werde an diesem Tage bereits zustande
gekommen sein; erfüllt sich diese Erwartung nicht, so ist der
Versicherer nicht leistungspflichtig. Z. B. ich beantrage An-
fangs Dezember die Versicherung meines in Bonn belegenen
Hauses auf die Zeit vom 1. Januar ab; sowohl ich als auch
der Versicherer, der meinen Antrag annimmt, setzen dabei voraus,
daß noch vor dem 1. Januar mir der Versicherungsschein über-
geben sein wird. Nun setze man den Fall: diese unsere Er-
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