Full text: Volume (Jg. 15 (1852))

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entscheidende Erkenntnisse des genannten Gerichtshofes tiid'i
veröffentlicht werden.
Die Doktrin ist über die Frage kontrovers.
Der ungenannte Verfasser eines Aufsatzes in der Jur.
Wochenschrift pro 1842 S. 881. wirft die Frage ans:
ob die Einrede (der Benefizial-Erbesqualität), wenn
sie im Hauptprozesse nicht vorgeschützt ist, bei der
Exekution noch vorgeschützt werden darf?
Er beaniwertet dieselbe dahin:
War der Haupiprczeß gegen den Benefizial- Erben
selbst gerichtet, so kann er bei der Erckution jene
Einrede nicht mehr vorschützen; denn sie gehört
nicht zu den privilegirten Einreden, welche nach
§. 36. Tit. 24. der Proz. Ordn. allein bei der
Exekution noch vorgeschützt werden dürfen. War
dagegen der Hauplprozeß gegen den Erblasser ge-
richtet, und entschieden, so treten die Bestimmun-
gen des §. 2. der Verordn, v. 4. März 1834 ein.
Dagegen spricht Bor ne mann (System des Preuß.
Civilrechts 2. AuSg. Bd. 6. S. 314.) die Meinung aus,
daß von Seiten des Benefizialerben der Einwand
der Benefizial-Erbesqualität unter allen Umstän-
den noch in der Exekurions:Instanz erhoben wer-
den könne, damit jedoch zugleich die Einreichung
des JnvcntariumS, event. der Antrag auf gericht-
liche Inventur und Eröffnung des erbschaftlichen
LiquidalionS-Prozesses verbunden werden müsse.
Als Grund hierfür wird lediglich angeführt, daß
der §. 19. Tit. '„'4. der Proz. £rfcn. aufgehoben sei.
Allein dieser Grund ist auf keinen Fall zmresiend.
Es ist bereits oben gezeigt worden, daß der Aufhebung des
§. 19. cit. keineSwegeö die Bedeutung, beigelegt werden kann,
als solle nunmehr der Zeitpunkt, bis zu welchem der Erbe
die Berufung auf die Benefizial-Erbeseigenschaft einlegen

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