Full text: Volume (Jg. 15 (1852))

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hatte und dies dir Veranlassung zur Abgabe der proto-
kollarischen Erklärung vom 11. Men 1846- gewesen, ist
so wenig behauptet, als anzunehmrn, da der Ort, wo
gefischt ist, jetzt und damals ein verschredener ist oder doch
verschieden angegeben ist; event. liegt auch in der Erklä-
rung keine Entsagung auf das Fischereirecht als Adjacent.
Die Zeugen darüber, daß es bei Abschluß des Rezesses
Absicht der Kontrahenten gewesen, Kläger solle ausschließ-
lich zum Fischen berechtigt sein« — konnten nicht vernom-
men werden, weil auch hierin nicht der zur Ausschließung
deS Adjacenten erforderliche Beweis liegen würde, und
weil es an den zur Vernehmung erforderlichen Thatsachen
fehlt.
Ebensowenig eignet sich das behauptete Gewohn-
heitsrecht zur Beweisnahme. Es ist damit im Grunde
nicht anders gesagt, als: in älterer Zeit sei das Recht
der Adjacenten zur Ausübung der Mitfischerei nicht bekannt
gewesen oder nicht ausgeübt; dadurch würde aber gar
nichts Positives für die hier in Rede stehende Strecke
auf der Lenne bewiesen sein. Natürlich koiinten für eine
solche negative Behauptung auch gar keine specielle Fälle
angegeben werden, in denen daS behauptete Gewohnheits-
recht alS solches zur Geltung gekommen wäre; für die
Vernehmung der Zeugen würde daher gar keine Grund,
läge vorliegen und selbst wenn sie das Obige bekundeten,
zur Saci'e nichts erwiesen sein.
Dem Beklagten konnte mithin nicht das Recht, von
seinem Grundstücke aus auf der Lenne die Fischerei aus-
zuüben, abgesprochen werden, wie vom ersten Richter
geschehen ist- Auf der ganzen vom Kläger angegebenen
Strecke nimmt er freilich die Fischerei nicht in Anspruch,
sondern nur so weit er Adjacent ist, bis auf die Mitte
des Flusses: allein der Klageantrag ist jedenfalls in seiner
Allgemeinheit unbegründet und da Beklagter keinen Antrag

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