Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 15 (1852))

Mitte des Flusses so weil sein Grundstück reiche, zustehe.
Er beantragt daher Abweisung.
Hierauf hat der Kläger bestritten, daß Beklagter Ad«
jacent der Lenne sei und hält ihn evenl. als Miteigen,
thümer nicht für befugt, daS streitige Recht allein geltend
zu machen. Er ist der Ansicht, daß er die Ausschließlichkeit
seines Rechts nicht zu beweisen habe, weil Beklagter daS
Bestehen des Rechts anerkenne und dessen Ausschließlichkeit
präsumirt werden müsse, so daß jener daS Recht zu der
Beschränkung darzuthun habe. DaS behauptete Recht der
Adjacenten sek dem gcnieincn Recht ganz fremd, die Fische»
reigercchtigkeit im HeHogthum Westfalen von jeher als ein
selbstständiges, vom Grundeigenthume abgetrenntes Recht
angesehen; diese Ausschließlichkeit derselben sei aber auch
in den früher« Landesgesetzen anerkannt. Evern, tritt Klä-
ger für die Ausschließlichkeit seines Rechts Beweis an, indem
er behauptet, daß die fragliche Fischerei Lehn sei, daß sie
ihm schon in dem alten hessischen Flur- und Lastcnbuche
als Eigenthum angerechnet und eingetragen sei, daß sie als
ausschließliches Recht der Gutöherrschaft Lenhausen seit
ältester Zeit angesehen, ausgeübt und bei Theilung der
Lenhauser Mark vom Berklagten re»p. dessen Vater aner-
kannt sei, und daß sie als solche noch am 11. Mai 1846
vom Verklagten protokollarisch anerkannt worden; endlich
benennt Kläger Zeugen dafür, daß seit undenklicher Zeit
die Fischerei auf der fraglichen Strecke ausschließlich vom
Hause Lenhausen besessen und auögcübt sei und daß es bei
Abschluß des RecesseS vom 27- April 1834 die Absicht der
Kontrahenten gewesen, daß nur Kläger ausschließlich zum
Fische» berechtigt sein solle.
Die l. Abtheilung des Kreisgerichts zu Olpe erkannte
unterm 8. Juli 1851 dahin:
daß Beklagter nicht berechtigt ist, auf der Lenne
von dem Rönkhauser Bache bis an das Habbeker

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