Full text: Volume (Jg. 15 (1852))

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scheint wohl die richtigere Interpretation zu fein. Die
beiden Bestimmungen in §. 359. und 360.
„nach Ablauf Eines Jahrs'
.vor Ablauf des Zweiten Jahrs«
sind correlative, und stehen in der engsten Verbindung,
indem sie beide nur den Zeitpunkt der Uebcrnahme der
Bürgschaft im Auge haben können. Wenn der §. 359
unbestritten seine Anwendbarkeit vom Tage der geleisteten
Bürgschaft berechnet, und dafür den Ablauf Eines Jahrs
verlangt, so kann auch die Zeitbestimmung in §. 360. sich
gleichfalls nur darauf beziehen wollen, wenn er disponirt,
daß alsdann der Hauptverpflichtete, wenn ihm kein Recht
für die Fortsetzung der Bürgschaft zur Seite steht, den
Bürgen vor Ablauf des zweiten Jahrs von der Bürgschaft
befreien soll. Die Zeitbestimmungen:
»Eines Jahrs«
und
»Zweiten JahrS«
beide mit großen Anfangsbuchstaben, geben zu erkennen,
' daß diese Jahresbestimmungen sich auf einen und den näm-
lichen Zeitpunkt, von wo an man zu rechnen anfangen soll,
zurückbeziehen.
Nach beiden ein Ganzes statuirenden §tz. muß der
Bürge den Ablauf Eines JahrS seit der Bürgschaftsleistung
abwarten, dann kann er dieselbe aufkündigen, alsdann
aber muß der Hauptverpflichtete, bevor das Zweite Jahr
abläuft, den Bürgen befreien. Komint der Verpflichtete
vor Ablauf dieses Zweiten JahrS seiner Verbindlichkeit
nicht nach, so kann der Bürge, da dem Verpflichteten nach
A. 9. R. 3. §. 47. pr.
das volle Zweite Jahr zu statten kommen muß. nach §. 361.
l. 14. A. L- R. auf Befreiung klagen, sobald da« Zweite
Jahr seit der Bürgschaftsleistung ghgelaufen ist.
Sowohl die wörtliche Fassung als der logische Sinn

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