Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 15 (1852))

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Olim erfordert §. 135. 511m Crni'cvb des dinglichen
Rechts ein persönliches R.cht zn einer Sache und die
Tradition derselben: also mit Rücksicht ans die Defini-
tion im §. 124. die Tradition derjenigen beslimnltcn Sache,
deren Geben oder Gewährung Gegenstand des persönlichen
Utechts war. Hat nun das stecht zur Sache (Titel) nicht
das Geben einer körperlichen Sache ',11111 Gegenstände,
sondern nur das Geben eines das Eigenthum beschränken-
den ecbts — einer un körperlichen Sache, - ist die
Forderung z B. ein Titel zur Grundgerechtigkeit - - zur
Reallast, so kann unter der im §. 135. geforderten Tra-
dition dersel beu Lache, zu welcher der Requirent ein
persönliches Recht hat, auch nur die Uebertragung des
Besitzes dieser unkörperlichen Sache also deö Rechtsbesitzes
verstanden werden.
D in gl icbe Rechte werden daher erworben,
wenn der Acauirent auf Grund des Titels und
mit Zustimmung des Auctors die Beschränkung
des Eigenthnms anszuübeu beginnt (§.78. I. 7.
y. R.) Wäre §. 135. eil. nur von der Tradition körper-
licher Sachen zu versieben, so mußte folgerichtig auch der
Begriff des Rechts zur Sache auf solche Forderungen be-
schränkt werden, welche das Geben oder Gewähren einer
bestimmten körperlichen Sache zum Gegenstände haben;
in diesem beschränkten Sinne aber kann unmöglich im
§. 133. ib. zum Erwerb jedes dinglichen Rechtsein vor-
hergehendes Riecht zur Sache gefordert sein.
Dieser Auslegung steht aber nicht allein der Wort-
sinn und Zusammenhang des Gesetzes zur Seite: sie em-
pfiehlt sich noch mehr dadurch, daß sie alle erscheinenden
Lücken, Inkonsequenzen und Singularitäten in der ^ehre'
vom Erwerb dinglicher Rechte glücklich vermittelt.
Nur durch sie treten die beiden Erwerbarten Ersitzung
und Einräumung zu einander in das richtige Berhälmiß.

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