Full text: Volume (Jg. 15 (1852))

f>2

Boden, dieses sich bald als Privateigenthum, bald als Mil-
eigenthum mehrer Genossen gestaltete. Das erste war der
Fall bei solchen Grundstücken, welche nach ihrer Bestim-
mung eine besondere CuUur erfordernd, durch diese zugleich
eine individualisirende Veredlung empfingen, welche alle ge-
meinschaftliche Benutzung ausschloß, z. B. Garten, Aecker,
und zum großen Theile auch Wiesen. Das zweite bei den-
jenigen, welche den ihrer Bestimmung entsprechenden Ertrag
alsdann am sichersten gewählten, wenn alle individuelle
Einwirkung darauf, möglichst negativ gehallen und haupt-
sächlich auf Schuh vor Nachtheil, durch übermäßige oder
unzweckmäßige Benutzung, beschränkt wurde, V. bei Ge-
meinweiden und Wäldern, von welchen letzteren ein ganz
bewährter praktischer Forstmann, aus der Bekanntschaft des
Verfassers, zu behaupten pflegte, daß diejenigen am besten
verwaltet würden, um welche sich weder Menschen noch Vieh
bekümmerten.
Es ist hier nicht der Ort,' die Marken und ihre Ver-
fassung von allen Seiten zu beleuchten. Wir haben viel-
mehr diese interessante Aufgabe zum Gegenstände einer be-
sonderen Abhandlung bestimmt. Jedoch muß einiges Allge-
meine und Besondere darüber vorgetragen werden, um die
Gestaltung des Jagd- und Fischereirechts innerhalb der
Marken, richtig auffaffen zu können.
Mark bezeichnet ursprünglich Grenze. ES ist schon
gezeigt worden, wie sich in den ältesten Zeiten aus dem ge-
meinschaftlichen Grund und Boden allmählig das Privar-
rigenthum an einzelnen Stücken desselben, von dem Mittel-
punkte der festen Wohnsitze aus, entwickelte. Wo dieses
Privateigenthum endigte, da hatte es feine Grenze, feine
Mark. Diese wurde gebildet durch den gemeinschaftlichen
Besitz der einzelnen Bewohner. So wurde im Gegensätze
deS Privateigenthums das gemeinschaftliche: die Mark ge-
nannt und da dieses größtencheils aus Wald bestand, so

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer