Volltext: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 15 (1852))

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fünfter Schuld mit der Person des Bürgen hat." (§. 391 —
394.) — Bornemann sagt im Th. II. der shstcuiatischen
Darstellung des Preußischen Civilrechts §. 1. 30. (3.158.
I. Ausg.): „Mit dem Erlöschen einer Hauptverbindlich,
keit werden auch alle daraus fließende, oder zu deren Be-
stärkung dienende Nebenverbindlichkciten aufgehoben. Daher
hebt die Perjährung, welche den Hanptschnldner befreit,
auch die Verbindliasteit des Bürgen auf, es habe sich die-
ser dann als Selbstschuldner verpflichtet, oder dem Ein-
wande, daß der Hauptschnldner zuerst belangt werden
müsse, gültig entsagt. (A. L. R. 14. <§. 391 — 393)."
Gehen wir ins frische grüne Leben! Herr v. Fry-
dag verpachtete dem Horstmann seine Blühte, Kurz ver-
bürgte sich für die 4 ersten Jahre der Pacht pro 1841?
bis 1845 als Selbstschuldner. Diese sind, da nur die
Pacht des ersten Jahres eingeklagt, diese Klage aber 1843
wegen noch nicht vollständig geschehener Erfüllung abgewie-
sen, und die neue Klage erst 1850 erhoben, verjährt, übri-
gens vom Hauptschnldner in einem Vergleich vom lti. Jan.
1850 anerkannt. Der belangte Bürge — Selbstschuldner
beruft sich auf die Verjährung deö §. 2. Br. 5. des Ge-
setzes v. 31. März 1838, und hält die nach Ablauf der
Verjährung geschehenen Anerkenntnisse des Hanplschnldnerö
nach §. 564. A L. R. I 9. für unerheblich, da daraus
zwar nach den Gesetzen ein neuer Rechtsgrund entsteht, er
aber für die durch diesen neuen RechtSgrund begründete
neue Verbindlichkeit des Hauptschuldners nicht iuterccdirt
habe. Nichts desto weniger verurtheilt ihn das Kreis-Ge-
richt Hamm, weil er, indem er sich als Selbstschuldner
verbürgt, dem Gläubiger nach A. L. R. §. 393. I, 13.
Koch N. d. Ford III, 866. den Einwand der Verjährung
nicht entgegensetzen könne. — Es fragt sich also immer-
hin: was ist eine »blos in Ansehung des Hauptschuldners,
abgelaufene Verjährung?" Wir müssen aufrichtig gestehen,

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