Full text: Volume (Jg. 15 (1852))

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unterbricht sie auch gegen den Bürgen," fährt der §. 393.
fort:
»Hat der Bürger sich als Selbstschuldner verpflich-
tet, oder dein Einwande, daß der Hanptschuldner
zuerst belangt werden müsse, gültig entsagt, so kann
er sich mit einer blos in Ansehung dcö Hauptschuld-
ners abgclanfcnen Verjährung gegen den Gläubiger
nicht schützen."
Und §. 394. schließt mit dem Satze: „Auch wird
das Recht des Gläubigers gegen den Bürgen, und eines
Mitbürgen gegen den andern nicht verjährt, so lange die
Verbindlichkeit des HauptschulducrS noch nicht erloschen
ist."
Diese Bestimmung des ?. 393. ist nicht ganz ohne
Zweifel, und in unserer juristischen Literatur, so weit sie
uns bekannt, findet sich keine nähere Aufklärung über ihr Der«
ständniß. So sagt z. B. Koch Recht der Forderungen
Bd. IM. S. 806. ganz einfach: „DieVerbindlichkeit des
Bürgen wird gelöst 1. durch jede Handlung, wodurch die
Hauptobligation getilgt, oder der Schuldner befreit wird,
2. durch Vertrag mit dem Gläubiger, 3. durch Verjährung
der Hauptschuld, wenn der Bürge sich nicht als Selbst-
schuldner verpflichtet hat. Die Verbindlichkeit aus der
Bürgschaft verjährt nicht, so lange die Hauptschuld noch
nicht erloschen ist (§• 394.), und von einer qualifizir-
ten Verjährung der Bürgschastsschuld gegen den Gläubi-
ger und Mitbürgcn zu reden, (wie Grävcl Creditgcsetze,
Bd. IV. Abth. 2. S. 60.) ist nicht juristisch, weil die
s. g. usucapio lilieriatis auf Obligationen unanwendbar ist."
Im Lehrbuch Th. II. 8- 719. S. 469. heißt es dagegen:
»Die Bürgschaft erlöscht 1. durch die Tilgung der Schuld
oder Befreiung des Schuldners, (A. L. R. 14. §. 385—
3890 2. durch Verjährung der Schuld; die Bürgschaft
verjährt, nicht, weil sie nur die Bedeutung einer Bcrknüp»

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