Full text: Volume (Jg. 15 (1852))

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dieser AppellationSzug ebenfalls, wiewohl nur mit Devolu-
tiv-Effecr offen stehen. Eigentliche Criminalfälte blieben
den ordentlichen Gerichten unbedingt Vorbehalten^-).
3 f dieser Schwierigkeit der westfälischen Stände,
sich den einseitigen ^agdverordnungen deS Eburfnrsten zu
fügen, mogte eS dann auch seinen Grund haben, das; der-
selbe das Herzogthum mit einzelnen exorbitanten Verfügun-
gen verschonte, die er für das Erzstift erlief;, z. V. am
9. März 17*1-1: daß Jeder der sich unterstehen würde, in
seinem Garten Hasenstricke zu egen, um 6 Ggld. gebrüch-
tet werden und davon der Denunziant ..zu seiner Ergötz-
lichkeit" ‘/2 Ggld. genießen solle, während nnverinögende
Excessistcn mit einem L'tropf (Schlinge) und einem Hasen-
felle behängen, auf öffentlichem Markt an einem Pfahle
ausgestellt werden sollten^'; ferner am \2. Mai 1747:
Daß allen balzen die Dhren platt am stopfe abgeschnitten
werden und für jede jkatze, die bei der Visitation mit nn-
abgeschnittenen Dhrcn betroffen würde, die Eigeutbümer
Ggld. Strafe zahlen sollten, um dadurch das Auslaufen
der Tatzen im Than oder Regen und felgeweise die Ve-
schädiguug junger Hasen, Hühner m.d Fasanen durch die-
selben zu verhindern-^ > Daß er dagegen andere für das
Herzoglhnm berechnete, mit mehr Rücksichtnahme verfassen
ließ; namentlich das Publicandum v. 17. vannar 17,'>0,
wodurch er die Äuerhahnen seiner Iagdcompetcnz in mög-
lichst exclusiver Weise zu vindiziren sucht, ^^att nämlich
überall mit Strenge durchzufahren, appcll rt er gutentheils
an die Loyalität seiner Unterlhanen. Nachdem er sein Miß-
fallen darüber ausgcdrückt, daß man im Httzogthum West-
falen, statt ihm die "Au.'rhahnemPfalz angenehm zu ma-
chen, solche mit Schießen und Fangstrickeu dergestalt beun-
352) Edictensammlung I S. 2l1.
Edictensamml. 1. S. t69.
Tdictensamml. !. S. 170.

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