Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 15 (1852))

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• Hiernach ist die anfangs allerdings gehegte Absicht
zur Einführung einer neuen Obligation mit vollem Be-
wußtsein wieder anfgegeben. Man glaubte den Zweck
durch bloße Beschränkung des dinglichen Rechts zu errei-
chen, und in diesem Jrrthume verfehlte man das Ziel.
Uebrigens soll hiermit über das von den Redac-
toren verfolgte Ziel selbst nickt abgesprochen werden, ob-
schon sie jedenfalls zu weit gingen, wenn sie die Wissen-
schaft des dinglichen Berechtigten von dem vorhandenen
Titel eines Andern schon allein und ohne Rücksicht
auf die seiner Handlungsweise jum Grunde
liegende Absicht für eine Unredlichkeit ansahen. Der
Empfänger kann der Versicherung des Aucrors Glauben
geschenkt haben, daß der Andere von seinem Recht zur
Sache keinen Gebrauch machen wolle, oder es in Folge
ihm entgegenstehender zerstörlicher Einreden nicht könne.
Handelte es sich also de lege ieremla darum, dem
persönlich Berechtigten eine actio doli oder eine der pau-
liana actio nachgebildete Klage ge.^it den dinglich Berechn
tigten zu geben, so dürfte doch als Klagefundament nicht
die bloße Wissenschaft vom Dasein des Titels genügen,
sondern die Absicht, das Recht des Andern durch Kolli-
sion mit dem Schuldner zu vereiteln, hinzutreten müssen,
wobei der Beweis durch gesetzliche Präsumtionen erleich-
tert werden mag.

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