Full text: Volume (Jg. 15 (1852))

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dessen Ausbildung in einzelnen Gegenden Deutschlands,
durch die Landeshoheit. Um diese zur klaren Anschauung
zu bringen, ist erforderlich, vorher einiges Nähere über
die Ausbildung der Regalien überhaupt zu bemerken.
Der Begriff der Regalien ist lange schwankend gewesen^»).
Zuerst nannte man die fiskalischen Nutzungen (fiscalia)
der König? fP/ mochten diese sie selbst behalten oder an
Ankere verleihen. Dann begriff man in Folge der In«
vestiturstreitigkeiten, die weltlichen Hobeitsrechte darunter,
womit die Geistlichkeit vom Kaiser beliehen wurde;
woraus die Lchnbarkeit der Landeshoheit selbst und somit
der Begriff entstand, alle vom Könige verliehenen Rechte
>eyen Regalien, wo dann auch diejenigen Rechte darunter
begriffen waren, welche die Könige aus ihren Privat»
domaincn zu Lehn gaben. Endlich nannte man Regalien
diejenigen Regierungrechte der Landesherren, welche
nack Entwickelung der Territorial-Verfassung, durch die
vertragsmäßigen Verhandlungen mit den Landständen
festgestcllt wurden. Dieser letzte Begriff ist der herrschende
geblieben, indem man jetzt unter Regalien alle der Staats-
gewalt als solcher zustehende Rechte versteht und sie
dann auch richtiger Hokertrechte nennt, den
Namen Regalien aber nur als geschichtlich hergebrachten
beibehält. Sie werden dann, ihres großen Umfanges
wegen, in wesentliche (reg- essentialia) und außer-
wesentliche (accidentalia) getheilt. Jene, durch den
Zweck des Staats bedingt und in seiner Natur liegend,
werden auch Majestätrechte genannt, diese, die
Regalien im engeren Sinne, befaßen alle nutzbaren,
i®0) Man sc he darüber hauptsächlich die gelungene Darstellung
i n H u l l m a n n i Geschichte des Ursprungs der Regalien
in Deurschland. Frankfurt t8M> 2. 6, u. ff. Cid),
h » rn RechtSgr'ch. 8 300.

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