Full text: Volume (Jg. 15 (1852))

358

langen, wer ver Eigenthümer eines bestimmten Grund-
stücks sei und dasselbe demzufolge zur Hypothek bestellen
könne. Zur Gewinnung einer festen Grundlage für das
von ihm vorges-4 lagene Kredit-System beantragt er
daher vor Allem die Aufstellung eines Grundbuches für
jede Gemeinde, in welches alle Parzellen der Gemarkung
nach vorheriger kontradiktorischer Regulirung des Eigen-
thums und der Grenzen einzutragen seien, als Eigen-
thümer solle demnach nur derjenige gelten, welcher im
Grundbuche eingetragen sei. 'Nachdem in dieser Weise
das Pfandobjekt in rechtlicher Beziehung festgcstellt wor-
den, ii'lie alsdann zweitens jede einzelne Gemeinde kraft
Gesetzes einen Kreditverein bilden, indem der Werth einer
jeden, zum Gcmcindebanne gehörigen Parzelle durch ge-
wählte Gemeiudetaratvrcn abgeschätzt und dem Eigen-
thümer ein auf den Inhaber lautender, den wahren Werth
der Parzelle nicht nberitci-ender Pfandbrief mit fünf-
jährigen Kouvons zur beliebigen Verfügung eingehändigt
werde; die auf 4 Prozent festgestellten Zinsen des in
Eirculation gejetzt.n Pfandbriefes sollten demnach nebst
1 Prozent für allmälige Tilgung desselben durch die
Gemeindekaste in monatlichen Raren gleichzeitig mit der
Grundsteuer erngezogeu werden; für die Werthjck ätzung
einer jeden Parzelle sei die Gemeinde als solche verant-
wortlich und im Falle der Erccution zur Deckung des
etwaigen Ausfalles dem Gläubiger gegenüber gehalten.
Die Commission ist auf dieses System nicht cingegangen.
Bei dem so sehr gethcilten Besitz der Rheinlande sind cic
Schwierigkeiten einer solchen Bundesbank allerdings sehr
groß, und man wird damit wenigstens nicht anfangen
können. Die Kommission ist dagegen dafür, ein, wenn
Nicht ideal-vollendetes, doch dem wahrhaft praktischen
Bedürsniste vollkommen entsprechendes Kreditsystem ohne
Zerrüttung des gesammten bisherigen Rechtszustandes

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer