Full text: Volume (Jg. 15 (1852))

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Verkauf derselben ohne deren Einwilligung ist deshalb
nicht gerechtfertigt.
Zudem wird dieses Verkaufen das Interesse der
Eigentbümer oft gefährden, denn es gehört n,cht zu den
großen Seltenheiten, daß Acten verkauft werden, worin
Urkunden stecken geblieben sind, auf welche sich eine Partei
später mit Erfolg hätte beziehen können.
Freilich werden solche zum Verkauf bestimmte Acten
vorab der Revision eines Registratur-Beamten unter,
worfen, allein es darf nicht sehr wundern, wenn bei
dieser unerquicklichen Arbeit hier und da eine Urkunde
übersehen wird, oder sind Anzeigen zu den Gerichtsacten
über erfolgte Zahlung, Erecutivnsbefehle, Jnvcntarien
u. s. w. unter Umständen nicht wichtige Urkunden?
Wir wünschen deshalb, daß das Verkaufen der
Gericktsacten gänzlich unterbleibe, daß vielmehr solche
in anzulegenüen Archiven ausbewahrt, oder den Parteien
ausgeantwortet werden, damit es fernerhin keine Partei
mehr gebe, welche behaupten kann, daß ihr durch das
Verkaufen der Gerichteackrn erheblicher Nachtheil zuge-
fügt worden sei.
Nachschrift von Sommer.
Der Herr Verfasser hat ganz Recht. Unsere Justiz
frißt wie weiland Saturn ihre eigenen Kinder, sie
läßt die Justizbeamten-Waisen Gewinn machen auf Kosten
der anderen Waisen, deren Urkunden und die ganzen
Acten sind eine Urkunde — man einstampft. Wie ganz
anders sorglich ist dagegen das französische System,
wo man keine Gerichts-Akte» hat, sondern von den
Advokaten zur Urtheilsfällung ihre Dossiers (Manual,
arten) einfordert und sie ihnen nachher zurückgibt! Wenn
man den Werth der Zeit berechnet, welche das Ausson,
der« der etwa nicht zu vernichtenden Theile der Acten

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