Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 15 (1852))

39. Ein paar Worte über das Verkaufen der Gerichtsakten

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XXXVII.
Ein paar Worte über das Verkaufen -er Gerichts-
Akten.

Von
Herrn Rechtsanwalt Gerken zu Berleburg.
Vereine zur Unterstützung bedürftiger Waisen ver,
dienen alle Anerkennung, so namentlich diejenigen, welche
zu diesem Zwecke für dürftige Kinder verstorbener Preu-
ßischer Justizbeamten bestellen. Dem Justizbeamten, der
mit Gluckögütern nicht gesegnet ist, muß rS Beruhigung
verschaffen, daß durch seine Theilnahme seine Kinder
einen Anspiuch auf dereinstige Unterstützung erlangen,
wobei es wohl kaum der Erwähnung bedarf, daß eben
so gewissenhaft diese Fonts verwaltet, eben so richtig auch
vertheilt werden.
Trotz diesem können wir nicht billigen, daß der
Erlös für verkaufte Gerichts-Acten diesen Fonds zufließt,
denn wir vermögen nicht einzusehrn» daß den Gerichts-
behörden die Befugniß hierzu zusteht, so wie wir denn
dieses Verkaufen für schädlich und nachtheilig halten.
Es wird wohl kaum Jemanden einfallen zu bestrei-
ten, daß die Gerichtsacten Clgenthum der Parteien sind,
welche dieselben zu nicht geringen Preisen bezahlen. Ein

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