Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 15 (1852))

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Bornemann Syst. B. VI- S. 139. 151. Koch
Lehrb. §. 837.
fordern für erster« die Förmlichkeit der Testamente
§. 621. B. 99. Tit. 12. I. A- L. R.
bringen dagegen alle Arten der Erbentsetzungen unter^die
Bestimmungen des §. 649 ibid. und fordern für diese,
mit Ausnahme einiger Fälle (§. 654 ibid. §. 484 Th^II.
Tit. 2) unter Bezugnahme auf §. 654 ibid. lediglich die
schriftliche Form.
Bornemann Syst. S. 151 B. VI. Koch Lehrb.
§. 842 JV? 3 Bielitz Com. 1II. S. 241 M 5-
Witte 2»tst- Erb R. 2. 259.
Diese Lehre, so unangefochten sic bisher dazustehen
scheint, muß bei näherer Erwäaung der gesetzlichen Be-
stimmungen sehr zweifelhaft hinsichtlich der Form der
Erbenlsaglingsverträge erscheinen; zunächst ist es unge-
rechtfertigt, wenn man alle Erheiitsagungsoerträge unter
die Bestimmungen des Z. 649 599. Th. I. Tit. 12. A.
L. R. bringt.
Man muß unterscheiden zwischen Erbentsagungs-
verträgen, welche ein Erbe mit dem Erblasser, und
solchen,welche er mit Dritten schließt. Letztere (pacla
de hereditate tertii) stehen außerhalb des Gebietes der
eigentlichen Erbverträge, ihr Gegenstand ist nicht das
Erbrecht, sondern der Nachlaß. Dahingegen sind letztere—
pacta de bcredilalc propropria -- wirkliche das Erbrecht
selbst ergreifende Erbverträge, sie heben das Erbrecht
auf (Erbverzichte, Enterbungsoerträge, wie Haffe sie
nennt). Sie haben nicht den Nachlaß mit bloß obli-
gatorischer Wirkung zum Gegenstände, sondern das
Erbrecht selbst mit direkter, absoluter Wirkung. Sie
zerstören das Erbrecht und die Folge ist, daß ein Nach-
laß gar nicht mehr keferirt wird.
Wenn Beseler (Lehre von den Erbverträgen) unter

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