Full text: Volume (Jg. 15 (1852))

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Vorzugsrechte der eingetragenen Forderungen bestimmt
der §. 504. I. 20. A. L. R-:
Bei eintretender Unzulänglichkeit einer. Mehre-
ren zur Hypothek verschriebenen Sache, haben
nur zweijährige Zinsenrückstände mit der Haupt-
forderung gleiche Rechte.
Diese Vorschrift stellt sich als eine Ausnahme von
der im 8- 482. daselbst ertheilten Regel dar, wonach das
Recht, sich an die verschriebene Sache zu halten, tn An-
sehung der vorbedungenen Zinsen festgesetzt ist. Diese
Ausnahme ist aber ausdrücklich beschränkt auf den Fall
der eintretrnden Unzulänglichkeit der. Mehreren zur Hy-
pothek verschriebenen, Sache, und findet daher außerdem
keine Anwendung.
Eö müßte dieö schon anS der besonder» Natur der
durch Eröffnung des Konkurses rintretenden Verhältnisse
gefolgert werden, selbst wenn es an ausdrücklichen gesetz-
lichen Bestimmungen darüber mangelte. Denn diese Vor-
schriften der Konkurs - Ordnung über die Vorzugsrechte
hinsichtlich der Zinsen sind allgemeine Maaßregeln zu
Gunsten der im Betreff des HauptstuhleS ihrer Forde-
rungen minder privilegirten Gläubiger. Sie beziehen
sich sowohl auf Real, als Personalforderungen, hinsicht-
lich welcher letztem der Zinsenlauf ganz gehemmt wird,
(Allg. Ger. Ord. I. 50. 8- 162.) wogegen den Pfand-
und Hypotheken-Gläubigern die laufenden Zinsen zu Theil
werden, (s. das. 8- 381. 499. 512. 2. a.) Was die rück-
ständigen Zinsen betrifft, so sind blos die Faustpfand-
gläubiger nach 8> 381. gar keiner Beschränkung unter-
worfen, indem sie die Zinsen sämmtlich bis zum Tage
der Bezahlung empfangen. Alle übrigen Gläubiger aber,
ohne Unterschied, sie mögen Real- oder Personalforde-
rungrn liquidirt haben, erhalten nur zweijährige Rück-
stände vom Tage des eröffneten Konkurses zurückgerech-

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