Volltext: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 15 (1852))

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auch anders nach ibrer freien Bereinigung auöüben.
Kläger klagen also nicht blos als Eigenthümer, sondern
zugleich jeder als ein solcher, der im Bezirk der Hude-
gerechtigkeit des Beklagten auf den Grundstücken der
Mitkläger vertragsmäßig eine Hudrgerechtigkeit, also
offenbar eine spätere als die drS Beklagten erwerben
will. Offenbar ist das Behüten einzelner Grundstücke
durch die einzelnen Hecrden der Eigenthümer dem Behü-
ten sämmtlichcr Grundstücke durch eine gemeinschaftliche
Heerde gar nicht gleichzustellcn. Wohl aber stellen Klä-
ger, wenn sie sich für befugt erklären, der Hutungsge,
rechtigkeit des Beklagten gegenüber sich Hutungsgerech-
tigkeiten vertragsmäßig zu geben, und vertragsmäßig zu
nehmen, sich schon hiedurch denen gleich, die eine spätere
Hudegerechtigkeit erwerben wollen, und diese noch nicht
einmal erworben haben. Sie haben nicht einmal behaup-
tet, daß für diese Hudegerechtigkeit noch Hude genug da
sei, und die frühere Hudegerechtigkeit nicht geschmälert
würde; sie stützen ihren Klageantrag, auf den eS allein
ankommt, auf die natürliche Freiheit deö Sigenthums,
woraus er bei dem Dasein der Hudegerechtigkeit des
Beklagten nicht folgen kann, mithin muß die Klage abge-
wiesen und auf diese Abweisung unter Abänderung des
Erkenntnisses erster Instanz erkannt werden, da es vor,
liegend auf die Bedingungen, unter denen Beklagter ge-
statten will, ihre Schaafe mit seiner Heerde zu tretbeu,
und die Lesfalls am Schluffe der Appellationsrechtferti-
gung angegebenen Modifikationen nicht ankommen kann,
da der Klageantrag in seiner Gesammtheit ein unrecht-
fertiger ist.
Nach dem Erkenntniß vom 29. Mai 1830 in einer
früher« Possefforiensache war Beklagter gegen mehrere
Schmerlicker Eingesessenen im Besitz einer ausschließlichen
Hudegerechtigkeit geschützt, unter andern gegen Stemmann

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