Full text: Volume (Jg. 15 (1852))

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Landfriedens erlassen2i9); theils fügt die alte Uebersctzung
womit daS Gesetz in die Sammlung der Reichs-Abschiede
ausgenommen ist, selbst hinzu: Das soll man verstan reisig
Waffen, das dem Kaiser oder Ritterschaft oft zugehört, sunder
seyend die Lauf des Landes anders, dann zu der Zeit da
die Gesetz gemacht wurden d. h. die Verordnung Friedrichs I.
ist nur von der Führung ritterlichen Waffen zu verstehen^)).
Zwar fügt der Schluß der allegirten Gesetzstelle, nachdem sie
sich auch über die Waffenführung reisender Kaujleute aus-
gelassen, noch hinzu: Nemo retia sua ant laqueos aut alia
quaelibet instrumenta ad capiendas venationes tendat, nisi ad
ursos, apros vel lupos capiendos. Allein auch diese Stelle
rst nicht ein Jagdverbot gegen jeden Bauer als solchen,
sondern nur gegen diejenigen, welche die Regel bildeten
d. h. gegen die, welche das ächte Eigenthum an ihrem
Grundbesitze verloren hatten; weshalb denn auch der Sach-
senspiegel das Waffenverbot ausgenommen hat, ohne eines
Jagdverbots zu erwähnen^). Wir werden hierauf in der
folgenden Periode noch einmal zurückkcmmen, bemerken aber
hier schon, daß diese Ansicht durch den Ilmstand ihre Be-
stätigung erhielt, daß in vielen Gegenden Deutschlands
z. B. in der Grafschaft Hoya, in einigen Gegenden des
Herzogthums Braunschweig, in den Theilen Sachsens, wo
Schulzenlehne Vorkommen und überall wo freie Pürsch war, die
Bauern sich im Besitze der Jagd erhalten habend), Für unser
Westfalen werden wir ebenfalls zahlreiche Belegedasür mitrheilen.
Eben so verkehrt ist es, aus dem Umstande, daß der

219) D ieck Literargeschichte des longobardischen LehnrechteS. S.
114. UebrigenS war und blieb auch in Italien die Jagd
in der Regel völlig frei und nur ausnahmsweise hatten die
Regenten ausschließliche Jagdrechte. M i 11 c v ut a i e i Priv.
R. §. 213. Not. 12.
25°) Eichhorn NechtSgesch. §• No, |>.
Ä1) Sachsenspiegel B. 2. Art. 71.
Die Belege dafür bei Stieglitz S 17P.

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