Full text: Volume (Jg. 15 (1852))

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rung Cc5 Cigenthums, tic Verleihungen dagegen sicherten
ten Wrafen aU ^ehnherrn das ad)tc C'igcn in ihrer Hand;
der Vasall erwarb nur tic N'utzungen. Hiebei kam ihnen
das alte ^aßt^crl'ct gegen die Geistlichen zu Llaktcn : wcßhalb
sie den Klöstern zwar wohl Milfischerei ausdrücklich über-
ließen, die Jagd aber sich stillschweigend voibehielwn.
Die Nachwirkungen jenes allen Jagdverbots waren
überhaupt, trotz seiner häufigen Durchlöcherung, immer noch
stark genug, um eine Art von erccpticneller Regel dal)in zu
bilden, daß zumal die Nonnenklöster geaissermaaßen die Ver-
mulüung der Nichtbcrechligung ;ur Jagd gegen sich hauen.
Riecius fuhrt dieses mit urkundlichen Belegen umständlich,
aber in einer an kaustische staune streifeudeu Manier aus,
indem er nachweiset, auch in ihren propriis silvis sei den
Mönchen schon von Carl dem Großen die persönliche
Ausübung der Jagd nur gestattet, ut inde fratres consola-
tionem habere possint, tam ad volumina librorum tegenda,
quamque ad manicias (Handschuhe) et /onas (Gürtel) facien-
das; oder die Jagd auf Hirsche und Rehe habe er ihnen
NM erlaubt, alS ex quorum coriis libros ipsius sacri loci
cooperiendos constituit; nec non etiam e\ supra venatione
infirmorum fratrum corpora ad lempus reficienda et robo-
randa. Riccius zieht daraus den vermessenen Lchlusi, daß
die Klosterbrüder, wenn sie sonst sein fleißig geschrieben,
nach Bewilligung ihrer Bille um Ausübung der Jagd, jene
Beschäftigung wohl mehr zur Mctivirung weiterer Cencess
sienen dieser Art angeführt, alS sich ihr mit alter Hinge-
gebung gewidmet haben möchten und daß „nach Zulassung
des Jagd-Divertissements" für die Ichwachen Brüder, auch
viele Gesunde „an dem malo hypochondriaco zu labcriren
angefangen," wodurch ^daun daS Jagdexercitium immer weiter
ausgedehnt sei, so daß später die alten Verbote wieder ein-
geschärft und j. B. die Entsetzung des Bischofs Gervilio
von Mainz, sogar theilweise dadurch motivirt worden, daß er

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