Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 15 (1852))

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terris cullis et incultis, pratis, pascuis, silvis, venatio-
nibus, aquis, piscationibus u. s. w. ausdrücklich
nennen oder wenn dieses nicht geschieht, nur noch unzwei-
deutigerbekunden, daß dieselben als etwas sich von selbst
verstehendes dazu gehören; denn es kommen Fälle vor
a) wo die Jagd ausdrücklich ausgenommen wird, was über-
flüssig wäre, wenn sie nicht dazu gehörte b) andere wo die
Kaiser und der hohe Adel, deren Güter doch gewiß mit Jagd-
gercchtigkeit versehen waren, solche Güter, ja ganze Herr-
schaften, bloS Cum omnibus pertincnliis. nihil extra dimit-
tentes verschenken, ohne der Jagd, welche gleichwohl mit über-
ging, zu erwähnen c) wieder andere wo in der ersten Ver-
leihung der Jagd ebenfalls keine E.wähnung geschieht, wohl
aber in späteren wortreicheren Bestätigungen derselben oder
d) umgekehrt wo sie in den Verleihungen steht, in den spä-
teren Bestätigungen aber abwechselnd erwähnt und überge-
gangen wird.
Alles dieses laßt keinen anderen vernünftigen Schluß
zu, als daß die Jagd, wenn sie auch nicht ausdrücklich in
den Urkunden erwähnt wird, doch mit dem ächten Eigen-
thume an Grund und Veden verbunden gewesen. Dieses
bestätigt namentlich das Herzogthum Braunschweig-^üneburg,
worin alle Rittergüter auf ihrer Hefejaat die Jagd haben,
obgleich bis zum Jahre 1698 nur acht Lehnbricfe ausgestellt
waren, worin die Jagd ausdrücklich erwähnt wird, wäh-
rend sie in allen übrigen nur unter der allgemeinen Formel:
„mit aller solcher Güter Freiheit, Gerechtigkeit und Zubehö-
rungen in Holze, Felde, Wasser, Wiesen, Weiden u. s. w."
vorkömmtlOL). Der Grund davon liegt lediglich in der grö-
ßeren oder geringeren Weitläufigkeit des CurialstvlS, welche
mit den Zeiten wechselte und hauptsächlich durch die tautolo-

^5) Bilderb eck Deduction gegen die vermeintliche Regalität
der Jagd. Cap. 2. Seel. 3. 8» 6. und Appcnd* Nr. 21.

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