Full text: Volume (Jg. 15 (1852))

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zugelter Rohheit sröhnen, das; sie am Ende selbst wild wer-
dend, das Schicksal Actäons verdienen, nämlich von ihren
eigenen Hunden zerrissen zu werden; an allen Anderen end-
lich, welche mehr Zeit und Geld auf die Jagd verwenden
als sie werth ist, weshalb Cicero solche auch Verschwender
und Sallust das Jagen selbst, eine servile Beschäftigung ge-
nannt habe. Er belegt diesen seinen herben Tadel nicht bloS
mit den Autoritäten bewährter weltlicher Schriftsteller, scn-
dern auch mit unwiderleglichen Werten der Kirchenväter.
So z. B. behaupte Hieronymus, daß die Jäger gewöhnlich
schlecht hören (aus gute Ermahnungen nämlich). Augustinus
nenne alle Jäger Schelme (Nequisinios), wer ihnen etwas
schenke, der gebe eS nicht dem Menschen, sondern ihrem Schel-
mengewerbe. Wer wie sie mit Tieitern und Hunden Tag
und Nacht die Wälder durchstreife, könne nicht fasten, nicht
beten; er vernachlässige den Gottesdienst und sei, wie auch
AmbresiuS mit Recht behaupte, für eigene und fremde
Sünden schwere Rechenschaft schuldig. Denn fahr er fort:
quill prellest jejunare visceribus el luxuriare venatoribus?
al)stinerc cibis, errare peccatis? Wehe denen, die ihre
Freude an einem Jäger haben, sie wird in bittere Trauer
verwandelt werden, wenn sie dereinst vor den Heiland treten.
Deshalb, sagt Knipschild, nenne Span gen berg (im
Jagdteufel) einen mit Falken zur Jagd reitenden Jäger mit
Recht eine Bestie, die sitzend auf einer Bestie, mit der Hand
haltend eine Bestie, eine andere Bestie verfolge. Aus allem
diesem zieht er dann den vernünftigen Schluß, das; man die
Waidlust — mit Ziel und Maaß genießen müsse 173). Die
zahlreichen Stellen welche er dafür aus geistlichen und welt-
lichen, aus alten und neuen Schriften mit Sinn und Geschmack
anführt und ordnet, geben deutlich kund, daß er ein geübter
M) Knip schild de nobilitate sagata et togata. Lib. 3.
Cap* ö. pag. 180.

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