Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 44 = 2.F. 8 (1902))

Schadensersatz wegen Nichterfüllung bei gegenseit. Verträgen. 93
erfaß einen Werth besitzt, während das Auswechseln der
Th eile seinen Interessen nicht entsprechen würde. Dies gilt
z. 93., wenn der vom Schuldner versprochene Schuldgegenstand
für einen von dem Gläubiger verfolgten einheitlichen Zweck
bestimmt war, welcher mit der möglich gebliebenen Restleistung
sich nicht verwirklichen läßt. Hier ist dem Berechtigten viel
besser gedient, wenn er die Leistung des Gegners, statt zum
Theil in natura, zum Theil in Geld, vollständig in der letzteren
Art erlangt, um sich einen einheitlichen Ersatz anderweitig ver-
schaffen zu können.
Wenn ferner der Gläubiger den möglich gebliebenen Theil
annehmen müßte und auf Schadensersatz für den anderen be-
schränkt wäre, so könnte nachträglich bezüglich dieser beiden
ungleichartigen Leistungsobjekte eine verschiedene Behandlung
nothwendig werden. So z. B. in dem Falle, daß der Schuldner
mit der Theilentschädigung säumig bliebe oder zu ihrer Er-
bringung wegen Zahlungsunfähigkeit außer Stande wäre.
Hier würde der Gläubiger gezwungen sein, bezüglich der aus-
bleibenden Schadensersatzsumme zurückzutreten. Dazu müßte
er aber seine Gegenleistung vermindern, was für ihn immer
dann höchst unbillig wäre, wenn er für den Rest seines eigenen
Entgeltes keine zweckentsprechende Verwendung mehr hätte.
Noch unerwünschter würde sich die Sachlage vollends gestalten,
falls seine Gegenleistung unvertretbar oder untheilbar wäre, da
ja dieselbe hier nach Analogie des § 473 B.G.B. unverkürzt
vollzogen werden müßte. Aus allen diesen Gründen liegt es
vielfach im Interesse des Gläubigers, von vorneherein unter
Bewirkung seiner Gegenleistung, Geldentschädigung wegen voll-
ständiger Nichterfüllung zu verlangen.
b) Aehnliche Erwägungen greifen bezüglich des § 326
Abs. 2 B.G.B. Platz, der ebenfalls von mehreren Schrift-
stellern gegen uns ins Feld geführt wird:

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