Full text: Volume (Jg. 1 (1834))

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Gut; längst Leib längst Gut; der Letzte macht die
Thüre zu u. s. w. 8S)
Allein verfolgen wir hier, wie früher, die Sache
bis zu ihren geschichtlichen Anfängen, so finden wir
bald, daß diese Ansicht nur scheinbar, daß sie in das
Verhältnis der Eheleute durch Unterstellungen der Ge-
lehrten hineingetragen ist und sich namentlich gegen die
statutarische Quart des Rüdener Rechts gar nicht durch-
halten läßt. Die alten Grundlagen der deutschen Gü-
terverhältnisse, wie wir solche oben (§. 2.) angegeben,
waren nemlich zur Zeit, als die Statutarrcchte entstan-
den, nicht aufgehoben; sie blieben neben den neuen, welche
sich in den Städten entwickelten, bestehen. Letztere kün-
digten sich nicht als reformatorische Eingriffe in das "
Bestehende an, und stellten eben daher kein allgemeines
Prinzip an ihre Spitze, woraus sich ein neues, strenge
abgeschlossenes System hätte hcrausbklden mögen, sondern
man bestrebte sich nur. Einzelnes nach den Erfor-
dernissen zu ändern, welche durch das städtische Leben
bedingt waren. Dieses beschränkte sich aber im Gan-
zen a'uf Lösung der Fesseln, welche die Grundsätze über
Vererbung des Familienguts, dem freien bürgerlichen
Verkehr anlegten, folgcwcise auf Erweiterung der Tis-
positionsrcchte des Mannes und auf Sicherstellung dcr-^
Eristenz der Frau nach des Mannes Tode. In dieser
Hinsicht schlossen sich allerdings, wie wir oben gesehen
haben, die neuen städtischen Corporatkoncn um so.schär-
fer gegen das Land ab, als sie zur Zeit ihres Entstehens
**) Vergl. Danz B. 6. S. aaZ.'u. besonders Scherer
Thl. 1. S. aa6.

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