Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 1 (1834))

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Nur wen» etwa 4 Kinder vorhanden waren und diese
Vj des Ganzen, also 2000, Thlr. erhielten- würden
1000 Thlr. zur Disposition bleiben. , Es braucht kaum
bemerkt zu werden, daß solche Mißverhältnisse eben so
sehr gegen römische als deutsche Begriffe von legitima
und Gütergemeinschaft austoßen. Eine einseitige Abfin-
düng der Kinder durch Pflichttheil, setzt den in Güterge-
meinschaft lebenden Ehegatten gar nicht in den gleichen
Fall, als wenn er, in kinderloser Ehe lebend, seinen
überlebenden Mirgatten, durch Bclassung von 3/+ des
Vermögens abfindet. . Denn in diesem Falle bleibt ei« .
reines, durch das Gesetz von der Gemeinschaft aus-
gesondertes Diertheil für die Jntestaterben übrij,
worauf sich die testamentarische Disposition, mit Borke,
halt der Rechte der Notherben, erstrecken kann; in
jedem Falle aber bleibt die Communion des Ganzyl re-
stehen und für eine einseitige testamentarische Dispo-
sition, ist gar kein Gegenstand vorhanden.
WaS hier von letztwillic^en Dispositionen übcrhauot
gesagt ist, das gilt auch insbesondere von Erbverträgen, w:il
man nach den Vorschriften des Landrcchts 84) nur solche
Sachen und Rechte, worüber Jemand durch einen letzten
Willen zu verfügen berechtigt ist. Anderen durch Erbver-
träge zuwendcn kann. Dagegen können dic pacta he-
reditaria conservativa, wodurch Jemand ein Erb-
recht sofort erwirbt, welches ihm erst nach dem Tode
des Mitpaziscenten zustcht, nicht mehr unbedingt hierher
gerechnet werden, weil nach einer ferneren Vorschrift des

*') L. «. !. 12. §. 620.

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