Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 1 (1834))

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rcn; denn sie sind die einzigen in der Communion le-
benden Eigcnthümer des Gesammtgutes und dürfen hier-
über nach Willkühr schalten. Allein mit Rücksicht auf
die Kinder, haben sie die Ansprüche derselben auf einen
Pflichttbeil zu beachten. 8I) Auch hat eine solche gc-
meiitschaftliche Disposition, wie im Falle 1. des vori-
gen §., so lange Kraft, bis sie von beiden Ehegatten
gemeinschaftlich wieder aufgehoben wird. Ist also die-
selbe rin testamentum reciprocum oder corre-
.«pectivum und der überlebende Ehegatte nimmt die
ihm geschehene Erbeseknsctzung an, so ist er auch ver-
bunden, die ihm darin auferlegten Verbindlichkeiten zu
erfüllen. Schlägt er sie aber aus, so werden, bei dem
Mangel aller statutarischen Bestimmungen, die des Land-
rcchts über Entsagung der Erbschaften ckntreten müssen,
wonach weiter zu bcnrthcilen ist, inwiefern die gemein-
schaftliche Disposition außerdem noch als gültig betrach-
tet werden kann. 8a) 2) Dagegen ist der Fall, daß
einer der Eheleute von Todes wegen einseitig dispo-
niren will, nur insofern denkbar, als ihm dazu ein ab-
gesondertes, nicht in den Bereich der Gütergemeinschaft
fallendes Vermögen (§. 4.) zu Gebote steht. Denn da
bei der ungethcilte» Gemeinschaft keiner der Ehegatten
einen besonderen Theil hat, so kann er auch über seinen
Anthcil nicht testireu, ohne zugleich über den Antheil des
anderen Gatten mitzudksponiren, also die künftt'gen Rechte
des in der Gemeinschaft mit ihm Lebenden zu kränken.83)
8') Westphal Handb. des Priv. R. Th. X Äbth. 44. §.11.
41. L. R. I. 9. §. 398 — 412.
") Wcstphe-, l. c. §. 0.

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