Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 1 (1834))

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ihren gesammtcil Nachlaß zu tesilien. Ein solches
Testament ist häufig ein reciprocum; wenn nemlich
ein Ehegatte den anderen, in Rücksicht der von diesen«
geschehenen Erbescinsexung, zu seinem Erben ernennt: )
»her ein corre.«pectiruni, insofern bei der gegensei-
tigen Einsetzung die Gültigkeit der einen von der Gül-
tigkeit der anderen abhängig gcinacht wird. Es ist
dieses aber gerade nicht nothwendig, 78) Solche ge-
meinschaftliche Testamente behalten übrigens so lange
Kraft, bis sic mit beiderseitiger Einwilligung wieder auf»
gehoben werden. 2) Es können aber auch die kin-
derlosen Eheleute einseitig testircn und andere als sich
wechselseitig zn Erben einsetzen; sofern 'sie dadurch nicht
n) Runde Beitrage B. 2. Abb. 9. §. 6. Eichhorn
Priv. R. §. 306. in fine.
. 7?) Nach fei« L. R. I. 12. §. 614. können sogar solche
wechselseitige Testamente nur von Ebelcnten gemacht wer-
den und nach II.1. §. 483 sollen dergleichen wechselseitige
Einsetzungen nur bestehen, wenn sie in einem Testa-
mente errichtet worden. Diese Stelle hat indeß im Hos-
gerichtS-Departement keine Geltung.
. ^Phillips S, 170.
' ?2) Wigand §. 31. Phillips S. 151. Die Bestim-
mung des Landrechts II. 1. §. 494. daß wechselseitige
Testamente, worin beide Thcile sich dcS Widerrufs aus-
drücklich begeben haben, immer als Erbvertrage angesehen
werden sollen, ist zwar hier nicht rezipirt; Allein aus
dem Gesagten folgt dieS gewissermaaßen von selbst. Die
Bestimmung II. 1. §. 485. daß wechselseitige Testamente,
welche nicht als Erbverträge zu betrachten, schon durch
den Widerruf eines der Ehegatten vernichtet werden,
hat hier ebenfalls keine Geltung.

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