Full text: Volume (Jg. 1 (1834))

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tt'onkir der Frau ex delicto, der Manu nicht weiter
zu haften brauche, als das eingebrachte Vermögen der
Frau reiche. 7I) Diese Ansicht ist aber mit der Grund-
idee der Gütergemeinschaft unvereinbar, wonach das
Vermögen beider Ehegatten zu einer so untrennbaren
einigen Masse verschmilzt, daß der Begriff eines Einge-
brachten dadurch ganz aufgelöset wird. Andere glau-
ben, der unschuldige Gatte könne wenigstens, wenn die
obligatio ex delicto so groß, daß sie über die
Hälfte des gemeinschaftlichen Vermögens absorbkren wür-
de, auf Separation der Gütergemeinschaft antragen. 72)
Allein diese Ansicht ist ebenfalls nur billig, nicht con-
.scquent. Noch andere geben zu, daß der Mann für
den Schadenersatz zwar hafte, weil anzunehmen, daß er
vermöge seines ehelichen mundii dem Schaden Vorbeu-
gen oder selbst dafür eknstchen müsse; gleichwie er aber
vermöge seiner Gewalt und Rechte über das Gesammt-
gut, nicht, angchaltcn werden könne, eine Schuld zu be-
zahlen, welche.die Frau unbefugter Weise contrahirte,
so könne er auch nicht für schuldig erachtet werden,
Kosten und Geldstrafen zu erlegen, die gegen sie erkannt
worden, weil derjenige nicht Hin Geld gestraft werden
könne, der kein disponibles Vermögen habe; weshalb dann
auch das ältere Recht keine Geldstrafen für die Weiber
gekannt habe und nur erst neuere Statuten, ein wechsel-
seitiges Derhältniß der Ehegatten, in Betreff der Geld-
strafen cintreten lassen, welches aus dem übertriebenen

7i) Eichhorn Priv. 9t. §. 306.
,sj Danz B. 6. S. 404.

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