Full text: Volume (Jg. 1 (1834))

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fand, da mußte nothwendig die Wehre zum Nachtbeil
der jüngeren Kinder geschwächt werden, weshalb dann
bei der nachherigen Auseiuandersetzung die älteren Kin-
der die Ausstattung, womit sie unterdeß für sich erwor-
ben hatte», nicht blos conferiren mußten, sondern sich
auch häufig die örtliche Gewohnheit bildete, daß das
jüngste Kind, welches auf diese Weise die wenigste Ge-
legenheit gehabt hatte, für sich zu sorgen, das nächste
Recht zur elterlichen Wehre erhielt. Bei dieser Aus-
. stattung concurrkrte übrigens hauptsächlich auch die müt-
terliche Fürsorge der Hausfrau und wenn auf solchem
Wege Eltern alle ihre Kinder versorgt hatten, jo hatten
diese vor der Hand nichts weiter zu fordern. Erst nach
dem Tode der Eltern traten sie durch Erbrecht an de-
ren Stelle, entweder zur Hälfte, wenn nur Einer der
Ehegatten starb und der Uebcrlcbcnde durch Wicderver-
heirathung ein neues Gütergcineinschaftvcrhältniß cinging,
oder zum Ganzen, wenn der Uebcrlebcnde nicht wieder
heirathcte, sondern alle,'» in der Wehre blieb, bis er sie
durch seiuen Tod auf die Kinder vererbte.
Wenn wir diese eben so einfachen als natürlichen
geschichtlichen Data festhalten, so wird es sehr leicht
seyn, alle Folgen der Gütergemeinschaft aus dem Statut
und resp. dem aus diesem abgezogenen Begriffe derselben
zu erklären. Wenn wir dagegen alle einzelne Eigen-
thümlichkeiken jenes Instituts, ohne Rücksicht auf ihren
geschichtlichen Zusammenhang, der sich ja nicht aus rö-
mischen Rechtsbegriffen, sonder» aus dem ungezwungenen
Leben unserer städtische» Eommunen entwickelt hat, unter
solche fremde Begriffe zwängen und dann nach dem.

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