Full text: Volume (Jg. 1 (1834))

eines Erben ohne Vorbehalt läßt sich eine Solidarhast-
barkckt nicht constrm'rcn. Nach den Ideen des A. L. R.
ruhen die Nachlaßschuldcn zunächst in dem Nachlasse
selbst, und eine persönliche Haftbarkeit tritt nur bei den
Erben ohne Vorbehalt ein. Diese Haftbarkeit der Person
kann aber nicht weiter gehen, als der Erbe N.-präse»t-,nt
^ ^Schuldners geworden ist. Es wäre auch nicht ab-
"''zusehen, was den Gesetzgeber zu einer solchen exorbitanten

Bestimmung hätte bewegen können. Nur die Theilung

des Nachlasses ist es, welche dem Erbschaftsgläubiger so
höchst gefährlich und nachthci'lig werden kann, und nur
hier ist im Gesetze die Solidarhaftbarkeit ausgesprochen.
Zur Ausdehnung dieser Haftbarkeit auf Erben ohne Vor-
behalt ohne Rücksicht auf Theilung scheint kein
Grund zn scyn.
Endlich dürste sich auch die Unrichtigkeit dieser Ansicht
aus einer andern Stelle dcsA.L. R. mit ziemlicher Bestimmt-
heit Nachweisen lassen. Es heißt nämlich 1. 16. §. 31J.:
"So weit ein Erbschaftsgläubiger seine Befriedigung
//von sedem unter mehreren Mitcrbcn ganz, oder nur
"nach Verhältnis; dessen Erbautheils verlangen kann;
«so weit kann er sich auch der Compensation gegen
//einen Miterben, welcher eine eigne Forderung wider
«ihn eknklagt, bedienen.
§. 312.: "Ist sedoch der, gegen dessen eigene Forderung
«eine Erbschaftsschnld abgerechnet werden soll, nur
«Bencsicialerbe und die Beschaffenheit des Nachlasses
«noch ungewiß, so muß der Erbschaftsgläubiger, wel-
scher -— compcnsiren will — — — an-
nehmliche Sicherheit bestellen.//

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