Full text: Volume (Jg. 1 (1834))

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Mit diesen Grundsätzen stehen die Vorschriften unseres
Gesetzbuches, Th. I. Tit. 17. §. 127. — 146. über die
Haftbarkeit mehrerer Erben gegen die Erbschaftsgläubiger
in sehr enger Verbindung.
Bei der Haftbarkeit wird unterschieden, ob die Erb-
schaft noch ungcthcilt ist (§. 127. — 130.), ob die
Erben sich in die Erbschaft ohne Benachrichtigung an die
Gläubiger getheilt haben (§. 131. — 136.), oder aber,
ob die Lhcilung erfolgt, nachdem zuvor die Erbschaft^
gläubiger davon inKenntniß gesetzt sind (§. 137. — 146.)
Das Allgemeine Landrecht setzt bei allen diesen Bestimmung
gen einen Erben mit Vorbehalt voraus; was nach
seinen Grundsätzen die Regel bildet. Dies ergibt sich un-
zweideutig aus dem §. 130., der nur von den Rechten
der Gläubiger und Lcgatarien auf den ganzen Nachlaß
redet, mit der größten Evidenz aber aus dem §. 134.,
der des Erben ohne Vorbehalt nur beiläufig und gerade
als einer Ausnahme erwähnt. Geht man von diesen An-
sichten aus, so verschwinden alle Schwierigkeiten in der
Interpretation unserer Gesetzstellen.
I. Haftbarkeit der Erben (mit Vorbehalt)
vor Thcilung der Erbschaft.
Alle Verpflichtungen des Erblassers gegen seu«e Gläu-
biger ruhen hier nur noch in dem Nachlasse, dessen Mit-
eigenthümer die einzelnen Erben sind. Der Erbschasts-
gläubiKer hat also hier nur das Recht, von den Erbcrl
zu verlangen, daß sie ihm seine Befriedigung' aus dem
Nachlasse verschaffen; die Klage hierauf muß er aber gegen
sämmtliche Erben richten, weil sie rrur in Gemeinschaft als

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