Full text: Volume (Jg. 1 (1834))

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' darauf beruft, daß das Gesammtvermögen nicht auf die
Kinder, sondern ausschließlich auf den überlebenden Ehe-
gatten übergehe. Auch Wigand bestreitet die Anwend-
barkeit der Gütergeineinschaftslehre des A. L. R. auf Pa-
derborn, sucht auszuführcn, daß es nicht in der Absicht des
Gesetzgebers gelegen haben könne, die landrcchtlkchen Be-
stimmungen auf Particular-Jnstitute dieser Art anzuwen-
den, die er, wie das Padcrbornsche nie gekannt habe, und
die in ihren Grundprinzipien von der landrechtlichen Theorie,
so wesentlich verschieden wären, mithin auch m ihren Con-
sequenzen davon abweichcn müßten. (2 — 4. Note 2.
S. 5.) . Allein, wenn dem vorigen Richter auch nicht be-
stritten werden mag, daß die Kinder, nicht als Erben des
verstorbenen Ehegatten zu betrachten sind, so haben sie mit
einem Erben überhaupt, doch das offenbar gemein, daß
sic an der Gütermasse zur Zeit der Thcklnng partkzipiren,
daß ihr bis dahin ruhendes Anrecht, mit diesem Augen-
blicke erwacht, nnd sie zu Theilnehmern an der Gemeinschaft
gemacht hat. Darin liegt gerade, bei dem Erben, wie bei
dem Thcilnehmer jeder Gemeinschaft, der Grund zur Haft-
barkeit für die darauf haftenden Schulden. Was dagegen
die Anwendbarkeit des angeführten §. betrifft, so lag es
allerdings in der Absicht der Verfasser des Allg. L. R.,
die streitigen Fragen der Particularrechte zur Sprache zu
bringen, und vernunftgemäße Emscheidungsnormen dafür
festzusetzen. Nach den, in den Jahrbüchern Band 41.
mitgctheilten Bemerkungen Suarez's zur Lehre von der
Gütergemeinschaft, S. 115., war die die Verschiedenartig-
keit der Particularrechte ein Haupt-Motiv zu der gewähl-

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