Full text: Volume (Jg. 1 (1834))

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storbenertbis zur vorgenommenen Schichtung statt habende
Verhältm'ß, so wie über das dem Manne constante ma-
rriinonio zustehende Dispositions- und Erbrecht bei kinder-
loserEhe statt; denn das Lübische Recht lege den Ehe-
gatten ein römisches Mirekgenthum, das hiesige Gewöhn- ■
heitsrecht aber ein deutsches Gestimmt--Eigenthum .bei;
jenes ttenne das gemeinschaftliche Vermögen der Ehegattm
bei dem Tode des Einen sofort in zwei Hälften, dies da-
gegen lasse den Ueberlebenden mit den Kindern bis zu
einer anderweitigen Heirath in dessen ungetrennter Wehre.
Nach diesseitigem Gewohnheitsrechte sep ferner bei nicht'
vorhandener Descendenz der Längstlebende Alleinerbe, wo-
gegen nach Lübischem Rechte in diesem Falle nach ganz
andern Grundsätzen daS vorhandene Vermögen zwischen
den Ueberlebenden und den Angehörigen des Verstorbenen
getheilt werde. Endlich sey auch die während der Ehe
dem Manne zustehende Dispositionsbefugniß in beiden
Statuten höchst verschieden Die aufgeworfene Streitfrage
müsse daher lediglich nach den Grundprincipien des hiesigen
Statutarrechts beurthcilt und entschieden-werden. Nach
einem unbestrittenen und unvordenklichen Gewohnheitsrechte
werde nun aber bei allen nicht ritterbürtigen Eheleuten
hiesiger Provinz durch-die Eingehung der Ehe auch deren
gesummtes Vermögen in der Art gemeinschaftlich, daß
dasselbe fortan ein Gemeingut pro indiviso bilde,
worüber der Mann das unumschränkteste Verwaltungs-
und das freieste Dkspositionsrecht habe. Den Kindern
stehe hieran, so lange Vater und Mutter leben, kein An-
spruch irgend'einer Art zu, und so lange nicht der Erster-
pro prodigo erftärt, hübe derselbe eine unbeschränkte

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