Full text: Volume (Jg. 1 (1834))

483

Vorwurf eines Hasen kostete das Doppelte, der Vorwurf
der feigen Flucht gegen einen Freigebornen, oder eines
Angebers kostete 15 Solidi23). Die Real-Injurien
fallen mit den körperlichen Verletzungen zusammen, die -
compositio steht immer auf der That, ohne Rücksicht
darauf, ob sie animo injuriandi geschehen.
Natürlich gingen die Compositioncn der alten ger»
manischen Rechte24) mit den Volksvexänderungen, so wie
nn't dem gefallenen Silberwerthe unter, und cs konnte auch
hier nur richterliche aestimatio an die Stelle treten.
Lhne alles Bedenken erlangte also hier das römische Recht
Eingang in Deutschland. Die ästimatorische Klage ist bis
zur neuesten Zeit bestehen geblieben. Zugleich mit ihr
bestand aber die Strafe der Abbitte, des Widerrufs und
Per Ehrenerklärung, deren eigentlicher Ursprung ungewiß
ist2ii). — Tic Regel, daß nur auf Antrag des Beleidigtet»

'3) Lex Salica Tit. cis Conviciis. Ed. Heroldi T. 33.
Ed. Lindenbrog. T. 32. Ed. Eccard. T. 29.
Ed. Schilter. T. 48.
54) Obgleich dergleichen noch im Sachsenspiegel, Buch II.
Art. 16. Vorkommen.
*5) I. ©trimm, Deutsche RechtSalterthümer, S. 711. be-
merkt: --Wer den andern gescholten, ihm ein Verbrechen
» vorgewcrfen hatte, und es nicht bewähren kann, der soll: eS
«ihm als- lieb machen, als er et chm leid gemacht hat.
»Herabreitinger Petersger. Der Zujuriant mußte
«sich öffentlich auf den Mund'schlagen, und sagen:
«Mund, da du das Wort redetest, lögest Lu!
»Rugier 186. Mund, do du dar sprakest, lögest
«du dat! Pufendorf, app- 3, 12. 1, 50. 3«
«Schweden zahlte der Verläumder ein Läppegiälv
32«

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer