Full text: Volume (Jg. 1 (1834))

— 15

. Dre Rechtsfindung im Kolleg.
Die ewigen Grundsätze der Rechtsfindrmg finden
und ft'rr sich sehr "einfach. Die Partheien öder ihre Ver-
treter >ragen de« Richter' die Thatsachen und-Rechtsan-
sichten vor, dieser nimmt über die thatsachen, so fern sie
streitig. Beweis auf, gewinnt sodann'eine Ueberzeugüng
Über den Sachverhalt, ^wendü hierauf'das Recht an, und
scheidet so die Streitenden durch ein Ürtheil. ^ D a mi-
lii factum, egö äabo tibi Irr«, fügten dke
Römer. '
- Daraus/ daß nun in bedeutenderen Sachen ein Rich-
terkolleg verhandelt,' folgt m Wahrheit nicht, daß diese
Richter weniger klar, als der Einzelrichter, von dem Sach-
verhalt unterrichtet scyn dürfen. Sonst wäre ja die Ver-
Wet'iung solcher Sachen an ein Richterkolleg eine Benach-
theiligüng der Partheien. Und doch war dies bisher häu-
fst dcr Fall. Der Deputirte — bei den Obergenchten
meist wechselnde Auskultatoren oder Referendarie», oft 15
in einer Sache — instrnirt die Sache, der — oft mit
dm 'Deputirten wechselnde — Plan der Sache, die Fas-
sung des Protokolls, die Stellung "der-Thatsachen und.

93> Siehe die schönen sprachlichen Erörterungen über dar Wort:
'' -Ürtheil, bei 2- Grimm von der Poesie im Recht sinder
. Zeitschrift für. geschichtliche Rechttwissenschast, Band 2.
-E. -L2—34.) und in den deutschen Rechtsakterthümern
'S- 768. .. . ^ ^ ' ' • ,, ''

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