Full text: Volume (Jg. 1 (1834))

169 —

kam dies, wen« Sachen oder Handlungen oder Beides
zusammen Gegenstand des Vertrags sind, , übersehen wer-
den? 3S) und daher die Kontrahenten glauben mit einem
mündlichen Vertrageiauszurcicheu, wo sich, nachher ergibt,
daß sie hätten schriftlich kontrahiren sollen.
Diese Ucbclstande nüv würden größtenthekls vermie-
den und dennoch der Zweck des Gesetzes eben so gut er-
reicht werden, wenn das Landrecht nicht die Gültigkeit des
Vertrags, sondern nur den Beweis desselben durch schrift-
liche Abfasiung bedingt hätte. Daß der Beklagte dm voll-
kommen abgeschlossenen mündlichen Vertrag eingestehen und
dennoch Erfüllung desselben verweigern kann, ist ein ge-
hässiges dem allgemeinen Rechtsgefnhl, das man eher
pflegen als untergraben soll, anstößiges Recht; cs scheint
dadurch die Wortbrüchkgkeit gewissermaßen lcgalisirt, denn
das Gesetz berechtigt ja, den Vertrag nicht zu halten. Für
den einzelnen Fall ist hier offenbar kein Grund vorhanden,
den Vertrag nicht zu achten; denn eine größere Gewißheit
über die Abschließung und den Inhalt des Vertrags, wie
durch Zugeständnis des Verpflichteten, kann man durch
den Urknndcnbcweis nicht erlangen, der vielmehr, wie
Justini an in nov. 74 richtig bemerkt,-auch oft seine
Bedenklichkeiten und Schwierigkeiten hat. Will man aber
durch die allgemeine Bestimmung dahin wirken, daß die
Verträge so viel möglich schriftlich errichtet werden, so
wird die Bestimmung/ daß nur Beweis durch schriftliche
Urkunde zugelassen werde, eben so -wirksam ftyn. Man

ioj Vergl. j. B. den oben G. 161, 162 erwähnten Fall.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer