Full text: Volume (Jg. 11 (1845))

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Denkens nnd Döllens vermittelnden innerlichen Pro-
zesse, von welchem sie nur die leiste in die Außenwelt
hineinragende Wirkung isi. Tie wichtigen Rechksbcgriffe
von do'hrfc und cul|>), Irrtbum, Betrug, Scher;,
Sittiularion beziehen sich alle auf diesen innerlichen Pro-
zeß und sein Derhältuiß zu bern äußern sinnlichen Akte.
Bei jeder zu erweisenden Tbatsache wird also schon von
diesem innerlichen Prozesse, als einem nothwendigen
Momente derselben nicht absirahirt werden können. In
anderen Fallen kommt es aber ganz allein darauf an,
ob das innere Bewußtsein des Individuums, um dessen
Rechte cs sich bandelt, so oder anders bestimmt gewe-
sen ist, wenn auch diese Bestimmtheit niemals in einer
sinnlich erkennbaren Handlung eklatirt wäre. Hierhin
gehört gerade casus in terminis: die fides bei der
Verjährung- das Wissen öder Nichtwissen um die Fort,
daucr eines Rechts. Ist man überhaupt berechtigt, von
inneren Thatsachcn ;u reden, wie das wohl Niemand
bestreiten wird, so muß dies So-bcstiinmtscin des Bc-
wußseins unbedenklich' auch eine innere Tharsache, eine
Thatsache deS Bewußtseins genannt werden.
Fragt sich nun, ob über die auf diese Weise näher
bestimmte» „inneren Thatsachcn" ei» direkter Be-
weis durch Eidcsdelutivn zulässig sei, so müßte cs von
vornherein Wunder nehmen, wenn dies nicht der Fall
wäre, da, wie wir gesehen haben, jeder sinnliche Akt
erst in seiner Verbindung mit dem vorausgegangenen
innern Prozesse von rechtlicher Bedeutung ist, und doch
Niemand' bezweifelt, daß eine solche durch eine sinnliche
Wirkung «rkennbäre, immer zugleich aber auch inner-

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