Full text: Volume (Jg. 11 (1845))

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In Betreff des hinzutretenden 29. Februars
eines Schaltjahres dagegen weicht es im Allgemeinen
auch bei der Verjährung von der Kalenderregel nicht ab.
Maaßgebeud hierbei ist hauptsächlich der §. 548.
Thl. I. Tit. 9«, weil derselbe die generelle Regel
dafür bestimmt. Er lautet:
„Durch die bei Schaltjahren zutretendcn Tage
wird die Verjährungsfrist nicht geändert."
Tics heißt mit andern Worten, daß die Verjähr
ruugsfrist durch den 29. Februar — (denn dieser ist
doch bloß, nach unserer Zählungsart, der hinzutre-
rrnde Tag,) — weder verlängert, noch verkürzt wer-
den solle.
Besteht nun die Verjährungsfrist in einem Kompler
von Tagen, so muß man hiernach dieselbe Anzahl von
Tagen beibchaltcn, gleichgültig, ob der 29. Februar in
den Komplex hineintrifft oder nicht; und das thut auch
der Kalender.
Besteht sie in einem Kompler von Monaten, so
müssen dieselben vorerst nach Maaßgabe des §. 550.
auf Tage reduzirt werden; und es tritt daher der vo-
rige Fall wieder ein.
Besteht sie in einer Reihe von Jahren, so ändert
sich nach dem Kalender die Zeitrechnung dadurch nicht,
daß das eine oder andere Jahr ein Schaltjahr ist, und
einen Tag mehr enthält; und das ist es wieder nur,
was die generelle Vorschrift des §. 548. bestimmt»
Danach müßte also, wie schon in einem früher» Bei-
spiele gezeigt, eine mit dem letzten, d. h. 29. Fe-
bruar 1840 begonnene ein-, zwei- oder dreijährige

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